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1998

Rubrik
Faschismus
Rassismus
Neue Rechte
 

U. Siebert u.a.: Deutsche Demokraten, Goettingen 1994, S. 202 [aus: Jens Mecklenburg (Hrsg.), Handbuch Deutscher Rechtsextremismus, Elefanten Press Verlag, Berlin 1996]

Zur Person: GŁnther Rohrmoser

Hausphilosoph und Vizepraesident des Studienzentrums Weikersheim

Studienzentrum Weikersheim
Gruendung : 1979
Sitz : 70178 Stuttgart
Zahl der Mitglieder: ca. 650
Funktionaere :
Albrecht Jebens (Geschaeftsfuehrer); Kuratorium: u.a. Hans Filbinger (Praesident), Prof. Dr. Lothar Bossle, Dieter Blumenwitz, Klaus Hornung, Nikolaus Lobkovicz; weitere Mitglieder:: Rolf Schlierer (kooptiertes Mitglied bis 1989), Otto esser, Otto von habsburg, Heinz Karst, Hans-Ulrich Kopp, Elisabeth Noelle-Neumann, Prof. Peter Berglar

Struktur :

Dem Studienzentrum Weikersheim ist als Jjugendorganisation das JJunge
Weikersheim angegliedert, und 1993 wird die dem Studienzentrum verbundene Hans-Filbinger-Stiftung in Stuttagrt aus der taufe gehoben. Dessen Stiftungsmitglieder sind u.a. Gerhard Mayer-Vorfelder, Erwin Vetter, Gerhard Loewenthal, Christa Meves, Heinz Karst, Karl Paul Schmidt (alias Paul Carell), Willi Dempf (Schatzmeister),. Das Studienzentrum Weikersheim hat Anfang 1996 insgesamt 650 Mitglieder (80 Mitglieder im jungen Weikersheim, 30 Unternehmen sind als Vereinsmitglieder eingeschrieben).


Aktivitaeten:

Das Studienzentrum wird 1979 mit Spenden aus der Industrie durch Hans
Filbinger ins Leben gerufen und wirkt seit 1981 an den
Deutschlandkongressen in Berlin mit. In der Folgezeit veranstaltet es
jaehrlich den Weikersheimer Kongress sowie eine Vielzahl von
Veranstaltungen. nachdem 1989 die Kuratoriumsmitgliedschaft von Rolf
Schlierer (REP) bekannt wird, folgt am 19. Juli unter oeffentlichen Druck
sein Ausschluss aus diesem Gremium. 1991 wird die Jugendabteilung Junges Weikersheim gegruendet. Im September 1992 wird zum ersten Male die Weikersheimer Hochschulwoche abgehalten, die seither jaehrlich
stattfindet. Im Mai 1993 heisst Filbinger beim 15. weikersheimer Kongress "Deutsche aus allen Gauen" willkommen. 1994 referiert beim 16. Kongress Michael Walker von der rechtsextremen Zeitschrift /The Scorpion/. Die 3. Weikersheimer Hochschulwoche im September wird durch Daimler Benz gefoerdert. Seit 1995 hat das Studienzentrum
Weikersheim insgesamt 450.000 DM an Bundeszuschuessen erhalten. Diese Foerderung findet weiterhin statt. Referenten waren u.a. Wolfgang Strauss, Hans-Ulrich Kopp, Alfred Schickel, Wolfgang Schaeuble, Wolfgang Seiffert, Hans-Dietrich Sander, Hartmut Jetter, Hans-Helmuth Knuetter, Karlheinz Weissmann, Manfred Brunner.

Periodika :

Das Mitteilungsblatt /Weikersheimer/ /Blaetter/ erscheint seit 1987
zweimal pro Jahr in unregelmaessigen Abstaenden mit einer Auflage von ca. 1.500 Exemplaren. Autoren sind u.a. Hans Filbinger, Guenther Rohrmoser, Klaus Hornung, Bernd Posselt, Guenther Willms und Hans-Ulrich Kopp.


Programmatik :

Guenther Rohrmoser, Autor der /Weikersheimer/ /Blaetter/, wirft in einem
Interview mit der /Jungen/ /Freiheit/ (Nr. 3/1989) der CDU "politische,
geistige und moralische Knochenerweichung" vor und fordert, die Frage der "nationalen und multikulturellen Zukunft der Deutschen" als zentralen
gegenstand zukuenftiger Wahlkaempfe zu behandeln. Bereits 1983 kam vom Studienzentrum die Forderung nach aktiver, offensiver Wiederherstellung Deutschlands.. So werden in der Erklaerung /Koenigsberg/ /2000/ Akzente zur Entwicklung Nordpreussens sowie Ansiedlung von Russlanddeutschen in der Koenigsberger Region verlangt. In der Einladung zur 3. Weikersheimer Hochschulwoche heisst es: "Die Ideologien des 19. Jahrhunderts sind verbraucht, doch der SozialismusKommunismus ist nicht tot (...)" Die Verteidigung des Rechtsstaates gelaenge nur "durch den Rueckgriff auf unsere kulturelle Tradition und unser christliches Erbe." Ein verjuengendes Moment bildet das Junge Weikersheim, dessen Initiatoren sich verstaerkt um Referenten der "Neuen Rechten" wie Tomislav Sunic oder Robert Steuckers bemuehen.

Zusammenarbeit :

Das Studienzentrum Weikersheim versucht u.a. ueber die Zusammenarbeit mit unionsnahen Institutionen in gemeinschaftlichen Seminaren und Veranstaltungen seine Position zu verbreiten. Des weiteren bestehen Verbindungen zu Organisationen und Personen aus dem konservativen bis rechtsextremen Bereich, wie z.B. der Paneuropa-Union oder des Vereins zur Foerderung der Psychologischen Menschenkenntnis (VPM) und der Burschenschaft Danubia.

Bedeutung:

Das Studienzentrum Weikersheim setzt mit seinen Sympathisantenkreis die
Tradition fort, die in den siebziger Jahren die Deutschland-Stiftung von
Kurt Ziesel [ein Freund von Helmut Kohl, oh] oder das Institut fuer
Demokratieforschung von Lothar Bossle innehatte. Seine Aufgabe ist es,
"durch Diskussionsangebote nach ganz rechtsaussen moeglichst (zu)
verhindern, dass sich zu viele vom rechten Rand endgueltig aus der Union
verabschieden."* Das Studienzentrum wird so zum verbindenden Moment
zwischen konservativer und rechtsextremer Stroemung. Zusaetzlich gewinnt es an Bedeutung durch die Enstehung weiterer Denkzirkel am Rande der Union.