Quelle: Interim Nr. 488

Vergewaltigungsdebatte .....zum 1., zum 2., zum hundertsten Mal


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Wohin mit den Vergewaltigern?
Seit einigen Wochen (Interim-Ausgaben) geistern nun diverse mehr oder weniger geistreiche Kommentare zu der Aktion der "...-GmbH". Eigentlich ist der Großteil dieses Geschreibsels so absurd, daß sich ein weiters Statement per se erübrigt.
Nach der erneut super-beknackten und kaum revisionierten Erklärung des Schnarup-Kollektivs bzw. einiger Autorinnen, sehe ich mich gezwungen in diese Diskussion einzugreifen.
Vorweg sei gesagt, daß mehrere papers von gemischten und Frauengruppen mit erfreulich differenzierter Herangehensweise den Diskurs mit der obskuren Frauen/Lesben-Gruppe verstärkt hat. Entweder wurde ihr Vorgehen generell oder differenziert einer deutlichen Kritik unterzogen, was schon dafür spricht, daß ihre Aktionen sehr begrenzte Akzeptanz findet.
Aber die Tatsache hat nur die "Konsequenz", nicht mehr in einer "gemischten Zeitschrift" (Interim) veröffentlichen zu wollen.
In diesem Zusammenhang "oute" ich mich als Typ eines gemischten Antifazusammenhangs und gehe somit davon aus, daß ich gemäß ihres Weltbilds nicht damit rechnen kann angehört zu werden ... shit happens!
Zunächst einmal steht folgendes fest: Diese Klicke hat (lt. Artikel im "Phantom", Nr. 9, Okt. 99) in mehreren besetzten Häusern, die "mit dem ganzen Film nix am Hut haben", Intrigen gesponnen, Leute als "TäterschützerInnen" degradiert und Streß und Angst verbreitet. Sie führen sich, ähnlich wie früher die RIM, superdogmatisch auf, unfähig Selbstkritik zu üben.
Davon zeugt die Tatsache, daß das Schnarup-Kollektiv wenige Wochen nach dem Gasangriff bei dem "unbeteiligte Menschen und Tiere" zu Schaden kamen, ein paper herausgaben, in dem sie sich selbst in keinster Weise positionieren, sondern zu 99% die unreflektierten Hasstiraden der GmbH übernahmen.
Hatten diese Leute möglicherweise so einen Schiß vor weiteren Repressalien, daß sie sich 2x nicht trauten eine eigene Stellung zu beziehen?
Mir ist klar, daß ich ähnlich polemisiere wie die GmbH, aber meine Wut und auch Angst über das Gebahren derselben ist inzwischen gestiegen. Bei aller Reflekton über ein vermeintlich oder tatsächliches sexistisches  Verhalten - dem pro und contra Definitionsrecht der Frau - auch dem Entsetzen über einen erneuten Vorfall dieser Art und auch der Verwunderung darüber, daß ein Ex-Genosse, wenngleich mit offenbar niedrigem Bewußtseinsgrad, die Stirn besitzt sein Ego über das Interesse seiner Gruppe zu stellen und somit verantwortungslos gehandelt hat.
Es liegt auf der Hand: die GmbH ist angetreten, die eigenen Reihen zu "säubern", auch um den hohen Preis der Denunziation, so daß die Bullen und die bürgerliche Justiz auf den Plan gerufen wurden. Wer diese Grenze überschreitet - und mögen es noch so "hehre" Motive sein - arbeitet für die Gegenseite. Dieses Counter-Verhalten aber sollten wir alle - unabhängig von Gruppenzugehörigkeit - nicht tolerieren.
Die Gesprächsebene ist durch die GmbH bewußt zerstört worden; jetzt gilt es nur sich zu verhalten. Die lachenden Dritten sind in jedem Fall die Bullen und der VS. 
Vielen Dank......

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