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Chinas Kapitalismus internationaler Prägung

Ausländische Direktinvestitionen in China 2016

»Am 17. Januar hat der chinesische Staatsrat die „Maßnahmen zur Erweiterung der Öffnung nach außen und aktiven Nutzung der Investitionen auswärtiger Geschäftsleute“ veröffentlicht. In dem Dokument werden 20 Maßnahmen zur Nutzung der Investitionen auswärtiger Geschäftsleute vorgestellt, mit denen die Öffnung auf hohem Niveau vorangetrieben werden soll.

Bei multinationalen Investitionen und dem Industrietransfer entwickelt sich derzeit weltweit eine neue Tendenz. Die Wirtschaft Chinas integriert sich tiefer in die Weltwirtschaft, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes ist in den Zustand der neuen Normalität eingetreten und bei der Nutzung der Investitionen auswärtiger Geschäftsleute ist man mit neuen Aufgaben und Umständen konfrontiert. Um die Leser vor diesem Hintergrund besser über Chinas neue Maßnahmen zur Nutzung der Investitionen auswärtiger Geschäftsleute zu informieren, haben wir die folgenden Texte zusammengestellt.« Vgl. Beijing Rundschau am 24. März 2017: Hinweise des Herausgebers

China öffnet weitere Sektoren für auswärtige Investoren

Auswärtiges Kapital soll Zugang zu mehr Bereichen der chinesischen Wirtschaft erhalten

»China wird in diesem Jahr weitere Branchen und Sektoren für auswärtige Investoren öffnen. Insbesondere Sektoren, in denen bisher ein Monopol existierte, sollen davon profitieren. Zudem werde es die Zentralregierung den lokalen Regierungen verbieten, die Handlungsspielräume der Unternehmen mit auswärtigem Kapital eigenmächtig einzuschränken, sagten Experten.

Ihre Anmerkungen kamen, nachdem der Staatsrat Ende letzten Monats ein Dokument über 20 Maßnahmen zur Ankurbelung der rückläufigen Investitionstätigkeit veröffentlicht hatte, in dem es unter anderem um das Öffnen des Service- und des Finanzsektors geht. Zudem sollen Unternehmen mit auswärtigem Kapital dazu ermutigt werden, bei öffentlichen Ausschreibungen für Infrastrukturprojekte über Lizenzbetriebe Gebote einzureichen.

Die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform (SKER), die oberste Wirtschaftsplanungsbehörde Chinas, hat erstmals ihre Entscheidungsgewalt über die Genehmigung der Investitionen auswärtiger Geschäftsleute in Höhe von weniger als 300 Millionen US-Dollar (die nicht durch die Negativliste ausgeschlossen sind) an Regierungen der Provinzebene delegiert.

Auf der Negativliste stehen alle Sektoren und Bereiche, die für auswärtige Investoren in China nicht zugänglich sind. Alle Industrien und Branchen, die nicht auf der Liste stehen, sind offen -- hier genießen auswärtige Investoren und chinesische Unternehmen die gleichen Rechte.

"Diese Anpassung der Politik wird Investitionen auswärtiger Geschäftsleute, Technologien, Management-Know-how und Talente nach China bringen, die für die nationalen Entwicklungsstrategien nützlich sind", sagte Lu Feng, ein Professor an der Peking-Universität.

Eines der Ziele der Regierung im Rahmen der "Made in China 2025"-Strategie ist es, dass Betriebe mit auswärtigem Kapital genau wie inländische Unternehmen behandelt werden.

Darüber hinaus werden verarbeitenden Industrien im Bereich Schienenverkehr, Motorräder und Ethanol-Brennstoffe für Investitionen auswärtiger Geschäftsleute geöffnet.

Lu sagte, dass Unternehmen mit auswärtigem Kapital dabei helfen können, die "Made in China 2025"-Strategie umzusetzen, da sie heimische Unternehmen dazu bringen werden, die Reform der traditionellen Industriezweige und die Entwicklung der aufstrebenden Industrie- und Dienstleistungssektoren zu beschleunigen.

Nach den neuen Vorschriften sollen Investitionen auswärtiger Geschäftsleute in Höhe von über 300 Millionen US-Dollar von der SKER geprüft und gebilligt werden. Investitionen und Kapitalerhöhungen von globalen Unternehmen, die zwei Milliarden US-Dollar überschreiten, müssen dem Staatsrat, dem höchsten Exekutivorgan der chinesischen Staatsgewalt, zur Überprüfung und Genehmigung vorgelegt werden,.

Yu Jianlong, Generalsekretär der chinesischen Internationalen Handelskammer in Beijing, sagte, dass gerechte und flexible Rahmenbedingungen für Investitionen chinesischen Unternehmen dabei helfen können, der Herausforderung durch auswärtige Konkurrenten -- vor allem in Sachen Produktionskosten -- besser zu begegnen.

"Nahe gelegene Länder, vor allem Vietnam und Thailand, haben inzwischen auch Schritte eingeleitet, um mehr ausländische Investitionen anzuziehen", sagte er.

Allerdings warnte Feng Hao, ein dem höchsten Exekutivorgan der chinesischen Staatsgewalt SKER-Forscher für Schienenverkehr und -transport, dass sich chinesische Unternehmen wie die China Railway Rolling Stock Corporation, der Schienenfahrzeughersteller des Landes, auf die Konkurrenz durch ausländische Konkurrenten wie Siemens und Bombardier -- die auf grünes Licht auf dem chinesischen Markt warten -- vorbereiten muss.

"Darüber hinaus wollen internationale Hersteller wichtiger Bauteile für Schienenfahrzeuge, wie die ABB-Gruppe und die Knorr-Bremse AG, auch ihren Marktanteil in China ausbauen. Das deutet darauf hin, dass sich die chinesischen Unternehmen auf einen harten Wettbewerb im Markt einstellen müssen", sagt Feng.

Tang Wenhong, Direktor der Verwaltungsabteilung für Investitionen auswärtiger Geschäftsleute beim chinesischen Handelsministerium, sagte, dass der Marktzugang für auswärtiges Kapital auch in anderen Dienstleistungsbereichen -- wie Buchhaltung, Architekturdesign und Ratingagenturen -- verbessert werden soll. Sensible Branchen wie Telekommunikation, Internet und Bildung sollen schrittweise geöffnet werden.« Quelle: Beijing Rundschau am 09.02.2017

Direktinvestitionen auswärtiger Geschäftsleute in China (2016)

»2016 wurden in China 813,2 Milliarden Yuan an Investitionen auswärtiger Geschäftsleute realisiert, ein Plus von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Direktinvestitionen auswärtiger Geschäftsleute (Engl. Foreign Direct Investment, FDI) in China zeigen folgende strukturelle Merkmale:

Ausmaß bleibt im Großen und Ganzen stabil

2016 wurden 27.900 neue, von auswärtigen Geschäftsleuten investierte Unternehmen gegründet. Das entspricht einem Zuwachs von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unterdessen wurden 813,2 Milliarden Yuan an Investitionen auswärtiger Geschäftsleute realisiert, was einem Zuwachs um 4,1 Prozent entspricht, wobei Daten aus dem Banken-, Wertpapier- und Versicherungssektor nicht berücksichtigt wurden.

Investitionen auswärtiger Geschäftsleute in der High-End Industrie steigen

Im Dienstleitungssektor wurden 571,6 Milliarden Yuan an Investitionen auswärtiger Geschäftsleute realisiert, was einem Anstieg um 8,3 Prozent bzw. 70,3 Prozent der gesamten, von auswärtigen Geschäftsleuten investierten Geldmittel entspricht. Dabei stiegen vor allem FDI in den Bereichen Information und Beratung (+59,8%), Computerindustrie (+112,8%), Polytechnische Dienstleitungen (+66,4%), Zulieferer (+42,9%) und Einzelhandel (+83,1%). Im Hightech-Sektor stiegen die FDI um 86,1% auf 95,6 Milliarden Yuan.

Die FDI in medizinische Fertigungsindustrien wie Arzneimittel, medizinische Instrumente und Messinstrumente wuchsen jeweils um 55,8 und 95 Prozent. In die Hightech-Fertigungsindustrie wurden 2,5 Prozent mehr investiert – insgesamt stehen hier inzwischen 59,8 Milliarden Yuan an FDI zu Buche.

Gewinne der Reform werden deutlicher

Die FDI der vier Pilot-Freihandelszonen in Shanghai, Guangdong, Tianjin und Fujian beliefen sich auf über 87,9 Milliarden Yuan (+81,3%), was 10,8 Prozent der gesamten nationalen FDI entsprach.

Wenn auswärtige Investoren früher in Chinas Unternehmen investieren wollten, musste die Regierung diese Anträge einzeln überprüfen und genehmigen, aber im vergangenen Oktober wurde das neue Registrierungssystem eingeführt. Etwa 95,3 Prozent der ausländisch investierten Unternehmen wurden seither unter diesem System registriert, da es Investitionen durch auswärtige Investoren begünstigt.

Die Erweiterung der Reform der Pilotversuche im Bereich Dienstleitungen zeitigte beachtliche Erfolge, und die von auswärtigen Geschäftsleuten getätigten Investitionen in diesen Sektor betrugen 13 Prozent der nationalen FDI.

Die FDI in den westchinesischen Regionen stiegen leicht und die Industriestruktur verbesserte sich ständig, während sie in Ostenchina ein stabiles Wachstum hinlegte.

Die FDI in westlichen Regionen erreichten 62,7 Milliarden Yuan – ein Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Darunter gehörten Land- und Forstwirtschaft, Viehzucht und Fischerei (+457,7%), Fertigungsindustrie (+11,3%), Erzeugung und Versorgung von (und mit) Strom, Erdgas und Wasser (+30,6%), Informationsübertragung, Computerservice und Software(+115,6%), Leasingbranche und kommerzielle Dienstleistungen (+24,9%) zu den am stärksten wachsenden Bereichen. Die FDI gingen anteilsmäßig vor allem in die Land- und Forstwirtschaft sowie Viehzucht und Fischerei (7,6%), in die Fertigungsindustrie (34,3%) sowie Dienstleitungen (58%). Im Osten Chinas wurden 704,7 Milliarden Yuan der Investitionen auswärtiger Geschäftsleute realisiert – ein Plus von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Investitionen stammen aus vielen verschiedenen Ländern und Regionen. Die Investitionen aus den USA, den EU-Ländern, Macao und Südkorea zeigten weiterhin ein erhöhtes Wachstum, die Investitionen aus Japan stiegen aber auch wieder an.

Die Investitionen aus den USA und Europa in China blieben hoch. Die FDI aus den USA und den EU-Ländern wuchsen mit je 52,6 bzw. 41,3 Prozent deutlich. Von den 28 europäischen Ländern stiegen insbesondere die Investitionen aus Großbritannien (+113,9%), Deutschland (+80,9%), Luxemburg (+125%) und Schweden (+43,8%) stark an. In Asien stiegen vor allem die realisierten Investitionen aus Macao (+290,3%) und Südkorea (+23,8%). Die Investitionen aus Japan nahmen um 1,7 Prozent zu, was nach zwei Jahren des Rückgangs eine Trendwende andeuten könnte.

Berücksichtigt wurden bei der Erhebung auch Daten aus Freihäfen wie den Britischen Jungferninseln, den Kaiman-Inseln, Samoa, Mauritius und Barbados.

Die Zahl der Großunternehmen, die neu gegründet wurden bzw. deren Kapital erhöht wurde, wuchs deutlich.

Auswärtige Investoren gründeten mehr als 840 große Unternehmen mit einem Kapital mehr als 100 Millionen Dollar. Die Zahl der von auswärtigen Geschäftsleuten investierten Unternehmen, deren Kapital auf über 100 Millionen Dollar erhöht wurde, stieg auf 450. Internationale Unternehmen investierten auch in aufstrebende Industrien, Hightech-Industrien und den hochwertigen Dienstleitungssektor, was zeigt, dass sie hinsichtlich ihrer Investitionen in China sehr zuversichtlich sind. (Quelle Chinesisches Handelsministerium)« Vgl. Beijing Rundschau am 07.02.2017

Fragen und Antworten

»Frage: Wie sind die Direktinvestitionen auswärtiger Geschäftsleute in China strukturiert? Warum werden die „Umfassende(n) Maßnahmen“ genau zur jetzigen Zeit herausgegeben?

Antwort: Die Realisierung der auswärtigen Investitionen in China ist ein wichtiger Bestandteil der grundsätzlichen Staatspolitik des Landes sowie der Öffnung seiner Wirtschaft nach außen. Durch die ständige Erhöhung des Öffnungsniveaus und die Förderung eines günstigen Investitionsumfelds wurde China schrittweise ein Hauptzielland der internationalen Investitionen. Ab 1993 hatte China bezüglich des Umfangs auswärtiger Investitionen unter den Entwicklungsländern konstant den ersten Platz belegt. Seit 2008 dann war das Land immerzu unter den ersten drei Plätzen. Bis Ende 2016 hat China insgesamt Investitionen in Höhe von über 1,77 Billionen Dollar angezogen. Im Jahr 2016, als die internationalen Auslands-Direktinvestitionen zurückgingen, hat China trotzdem noch 813,2 Milliarden Yuan an auswärtigen Investitionen angezogen, was einen Anstieg um 4,2 Prozent bedeutet. Besonders die realen Investitionen aus den USA sowie den 28 Ländern der EU wuchsen mit je 52,6 bzw. 41,3 Prozent erheblich.

Auswärtige Investitionen spielten eine positive Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung und Vertiefung der Reform, förderten den Außenhandel und den technischen Fortschritt, industrielle Modernisierungen und belebten die Konkurrenz auf dem Markt. Als ein Standort für die Fertigungsindustrie, mit kompletten Wertschöpfungsketten und einem schnell wachsenden Konsummarkt hat China zahlreichen auswärtigen Unternehmen großen Spielraum und Entwicklungschancen geboten. Man kann sagen, dass die Nutzung auswärtiger Investitionen ein Beispiel für Chinas erfolgreiche, beiderseitig gewinnbringende Öffnungsstrategien ist.

Derzeit zeigt sich bei globalen internationalen Investitionen und industriellem Transfer ein neuer Trend. Alle Länder legen großen Wert darauf, internationale Investitionen anzuziehen. Chinas Wirtschaft ist schon tief in die globale Wirtschaft integriert. Man steht nun vor neuen Aufgaben bezüglich der Nutzung auswärtiger Investitionen. In dem Regierungspapier „Vorschläge zum Aufbau eines neuen, offenen Wirtschaftssystems“ vom ZK der KP Chinas und dem Staatsrat heißt es, dass man das Investitionsumfeld verbessern, den Marktzugang lockern, das Verwaltungsmodell ändern sowie ein standardisiertes, systematisches Umfeld und eine stabile Marktumgebung schaffen soll. Deshalb hat der Staatsrat das Papier „Umfassende Maßnahmen“ herausgegeben, um diese Vorschläge umzusetzen und die umfassende Arbeit der Nutzung auswärtiger Investitionen weiter anzuordnen. Dabei wird besonders den Änderungen der Lage im In- und Ausland Aufmerksamkeit geschenkt. Es gilt, auswärtige Direktinvestitionen weiter aktiv zu benutzen, um ein gutes Geschäftsumfeld zu schaffen, die Reform zur Verschlankung und Dezentralisierung der Verwaltung sowie zur Lockerung der Kontrolle und zur Verbesserung der Dienstleistungen weiter zu vertiefen. Die systembedingten Kosten für den Handel sollen reduziert, gegenseitiger Nutzen und Win-Win-Situationen besser realisiert und eine gemeinsame Entwicklung angestrebt werden.

Welche politische Richtung wird in den „Umfassenden Maßnahmen“ erkennbar?

Die „Umfassenden Maßnahmen“ sind ein wichtiges Dokument, eine Richtlinie für die Benutzung auswärtiger Investitionen in China – zurzeit und in der nahen Zukunft. Die hauptsächlichen politischen Vorgaben lauten wie folgt: erstens sollte man an einer offenen Entwicklung festhalten und eine neue Runde der Öffnung nach außen einleiten. Durch die Öffnung werden auch Reform und Entwicklung gefördert. Zweitens sollte man sich um die Verbesserung des Geschäftsumfelds bemühen und eine gerechte Konkurrenz zwischen inländischen und auswärtigen Unternehmen fördern. Drittens sollte man eine Verbindung der Anziehung von Kapital, Technik und Talenten fördern, die Anziehungskraft der Fertigungsindustrie auf auswärtige Investitionen verstärken, ein offenes Innovationssystem bilden sowie die Qualität und das Niveau der Benutzung auswärtiger Investitionen erhöhen. Viertens soll ein einheitliches Marktsystem aufgebaut werden, die Dienstleistungen verstärkt und optimiert sowie Unternehmen mit auswärtigem Kapital dazu ermutigt werden, sich umfassend zu entwickeln. Fünftens soll die Reform verstärkt, das System zur Überprüfung und Billigung sowie Überwachung auswärtiger Investitionen vereinfacht und günstigere Bedingungen für Investitionen geschaffen werden.

Einige auswärtige Unternehmen haben sich darüber beschwert, dass sie in China ungerecht behandelt und dass chinesische Unternehmen bevorzugt würden. Wie soll man das ansehen?

Zweifellos stoßen auswärtige Unternehmen bei ihren Geschäften in China tatsächlich auf einzelne Fälle, bei denen chinesische Unternehmen ungerechterweise bevorzugt werden. Es handelt sich zwar nur um Einzelfälle, aber wir können das trotzdem nicht dulden. Gerechte Konkurrenz der Unternehmen untereinander ist ein immer wieder betontes Prinzip und ein zu lösendes Problem, das in den „Umfassenden Maßnahmen“ direkt angesprochen wird. Auswärtige Unternehmen sind ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft Chinas und gelten – wie staatseigene und private Unternehmen auch – als offizielle Unternehmenseinheiten. Die chinesische Zentralregierung hat schon oft gefordert, dass inländische und auswärtige Unternehmen gleich behandelt werden sollen. Die „Umfassenden Maßnahmen“ legen großen Wert darauf und betonen nicht nur das Investitionsumfeld vor dem Eintritt, sondern auch nach dem Eintritt in den Markt. Es werden sieben ganz konkrete Maßnahmen genannt, welche die gerechte Konkurrenz zwischen inländischen und auswärtigen Unternehmen garantieren und fördern sollen.

Erstens soll man überprüfen, ob die Vorgaben zum gerechten Investitionsumfeld auch umgesetzt werden. Die Verwaltung auswärtige Investitionen betrifft mehrere Behörden. Der Staatsrat fordert, dass alle Abteilungen untersuchen und prüfen sollen, ob die gerechte Konkurrenz bei politischen Maßnahmen bezüglich auswärtiger Investitionen gegeben ist, und im Voraus Meinungen dazu einholen. Darüber hinaus sollen alle Abteilungen und Regionen strikt den Gesetzen und Bestimmungen der Zentralregierung folgen und keine willkürlichen Beschränkungen für auswärtige Unternehmen hinzufügen, so dass die Politik stabil, transparent und voraussehbar wird.

Zweitens soll man die Geschäftslizenzen und Bewerbungen auswärtiger Unternehmen gerecht überprüfen. Inländische und auswärtige Unternehmen sollen nach einheitlichen Standards überprüft werden.

Drittens soll die Arbeit der Standardisierung gerecht durchgeführt werden. Die Reform der Standardisierung soll vertieft und die Veröffentlichung der Informationen in der Verfassung und Änderungen der Standards gefördert werden. Die Teilhabe an Informationen sowie Änderungen der Standards müssen verstärkt und die Prozesse transparenter und offener gemacht werden, so dass inländische und auswärtige Unternehmen gerecht daran teilnehmen können.

Viertens soll eine gerechte Teilnahme an Ausschreibungen seitens der Regierung garantiert werden. Man soll die Reform der Regierungsanschaffungen vertiefen und die in China produzierten Produkte den Gesetzen und Bestimmungen nach gleich behandeln.

Fünftens soll geistiges Eigentum besser geschützt werden. Man soll das System zur Implementierung der Gesetze bezüglich des geistigen Eigentums verbessern und Hilfe beim Rechtschutz sowie bei Schiedssprüchen und der Vermittlung in diesem Bereich verstärken. Es gilt, das geistige Eigentum auswärtiger Unternehmen strikt zu schützen. Der Aufbau eines Systems zur internationalen Zusammenarbeit in diesem Bereich soll verstärkt werden. Zudem sollen die zuständigen internationalen Organisationen gefördert werden, wenn sie in China Zentren für Schiedsgerichte und Mediation zum Thema geistiges Eigentum gründen wollen.

Sechstens sollen gerechte Kanäle und Bedingungen für die Finanzierung auswärtiger Unternehmen geschaffen werden. Auswärtige Unternehmen sollen dabei unterstützt werden, ihren Zugang zu verschiedenen Finanzierungskanälen zu vermehren, an verschiede Börsen – wie z. B. für allgemeine und mittelständische Unternehmen sowie Startups – zu gehen, verschiedene Arten von Anleihen begeben und einige nicht-finanzielle Instrumente als Unternehmensschulden benutzen zu dürfen, um an Kapital kommen zu können.

Siebtens muss es auch beim registrierten Kapital gerecht zugehen. Die Forderung für ein Minimum an registriertem Kapital für auswärtige Unternehmen wird aufgehoben, so dass es für inländische und auswärtige Unternehmen ein einheitliches System des registrierten Kapitals gibt.

Einige westliche Medien behaupten, dass Chinas Investitionsumfeld sich verschlimmert habe. Ausländische Investoren würden demnach aus China fliehen. Stimmt das?

Es gibt tatsächlich einige Kommentare darüber, dass sich das Umfeld für auswärtige Investitionen in China verschlimmert haben soll. Dies ist jedoch nicht korrekt.

Der von der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) veröffentlichte “Weltinvestitionsbericht 2016” hat eine umfangreiche Umfrage durchgeführt, wonach China weiterhin das zweitbeliebteste Ziel für Investition weltweit ist. Die US-Handelskammer in China hat ebenfalls einen Bericht veröffentlicht, laut dem über 60 Prozent ihrer Mitglieder China als eins der drei größten Investitionszielländer weltweit sehen. Ein Bericht der EU-Handelskammer in China deckte unlängst auf, dass etwa 50 Prozent der EU-Unternehmen in China ihre Investition in dem Land noch vergrößern wollen. Der japanische Außenhandelsverband veröffentlichte auch einen Bericht, und zwar eine Beurteilung des Investitionsumfelds in 20 Ländern und Regionen. In dem Bericht heißt es, dass der Willen der japanischen Unternehmen zur Vergrößerung ihrer Investitionen in China im Vergleich zu 2015 noch um zwei Prozent angestiegen sei. All diese Umfragen und Berichte verschiedener internationaler Organisationen zeigen, dass es im Ausland noch mehr Willen und große Zuversicht hinsichtlich weiterer Investitionen in China gibt. Tatsächlich weiten viele große Unternehmen wie Volkswagen, BMW sowie Ikea ihre Investitionen in China aus. Chinas Investitionsumfeld wird von auswärtigen Investoren positiv eingeschätzt.« Quelle: Beijing Rundschau am 16.02.2017

Quelle: Beijing Rundschau am Freitag, 24. März 2017.
Ausländische Direktinvestitionen in China 2016.
http://german.beijingreview.com.cn/Dossiers/wz/

24.03.2017, Reinhold Schramm (Bereitstellung)

 


per email am 24.03.2017