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BBU-Pressemitteilung vom 07.12.2018


Niedersachsen: Bisher mehr als 500 Vorkommnisse in der  Brennelementefabrik Lingen sowie in den AKW Lingen 2 und Grohnde

(Bonn, Grohnde, Hannover, Lingen, 07.12.2018) Der Bundesverband
Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) weist darauf hin, dass sich in der
Brennelementefabrik in Lingen bereits rund 150 meldepflichtige
Ereignisse zugetragen haben. Nach dem Brand in der umstrittenen Anlage,
der sich am gestrigen Donnerstag (6.12.2018) ereignet hat, sowie nach
zwei meldepflichtigen Vorkommnissen, die sich im November ereigneten,
ist in der Öffentlichkeit zum Teil der Eindruck entstanden, dass es sich
dabei um die ersten drei Vorkommnisse in der umstrittenen Uranfabrik
gehandelt hat. Doch es gab nach Angaben des Bundesamtes für
kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) immer wieder meldepflichtige
Vorkommnisse in der Brennelementefabrik Lingen. Auf der Internetseite
des BfE ist zu lesen, dass es bis Ende 2016 bereits 139 Vorkommnisse
gegeben hat.

https://www.bfe.bund.de/DE/kt/ereignisse/standorte/kernbrennstoff-versorgung-entsorgung/kernbrennstoff-versorgung-entsorgung.html 


Hinsichtlich des aktuellen Feuerausbruchs in der Anlage fordert der BBU
eine umfassende Information der Öffentlichkeit über die Brandursache und
über das Material, das in Brand geraten ist. „Medienberichten zufolge
war der Brand auf 40 x 40 Zentimeter begrenzt. Das klingt zunächst
harmlos und hätte doch eigentlich mit einem Feuerlöscher unverzüglich
gelöscht werden können. Warum mussten dann aber 150 Feuerwehrleute sowie
ein Dekontaminationsfahrzeug anrücken?“, fragt Udo Buchholz vom
BBU-Vorstand.

Auch im AKW Grohnde ein weiteres Vorkommnis

Weiterhin weist der BBU darauf hin, dass es aktuell auch im
Atomkraftwerk Grohnde ein meldepflichtiges Vorkommnis gegeben hat. In
einer Mitteilung von heute (Freitag, 7.12.2018) schreibt das
Niedersächsische Umweltministerium: „Bei einer wiederkehrenden Prüfung
wurde festgestellt, dass ein Überströmventil nicht vollständig öffnete,
da der Ventilhubweg eingeschränkt war.“

http://www.umwelt.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/meldepflichtiges-ereignis-im-kernkraftwerk-grohnde-172043.html 


Nach Angaben des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit
(BfE) gab es bis zum 31.10.2018 bereits 261 meldepflichtige Ereignisse
im Atomkraftwerk Grohnde

Der BBU fordert, dass die Niedersächsische Landesregierung die
Betriebsgenehmigungen für die Brennelementefabrik in Lingen, für das
Atomkraftwerk in Grohnde und auch für das Atomkraftwerk Lingen 2
aufhebt. Auch dort kam es schon vielfach zu meldepflichtigen Ereignissen
(155 bis zum 31.10.2018).

https://www.bfe.bund.de/DE/kt/ereignisse/standorte/kkw/kkw.html

Schutz der Bevölkerung kann nur durch Stilllegungen erreicht werden

Der BBU fordert, dass die Landesregierung in Hannover nach den jüngsten
Vorfällen in Lingen und Grohnde nicht wieder mit Beschwichtigungen
reagiert und lediglich punktuelle Untersuchungen veranlasst. Der Schutz
der Bevölkerung muss absolute Priorität haben und kann nur durch
Stilllegungen erreicht werden.

Die Stilllegungsforderungen werden nicht nur vom BBU getragen. Mehr als
350 Initiativen und Verbände fordern in der „Lingen-Resolution“ die
sofortige Stilllegung der Brennelementefabrik in Lingen sowie des AKW
Lingen 2. Und zahlreiche Kommunen haben sich in den letzten Monaten für
die vorzeitige Stilllegung des AKW Grohnde ausgesprochen. Die
Niedersächsische Landesregierung sollte das nicht ignorieren.

Weitere Informationen: https://bbu-online.de ,
http://www.grohnde-kampagne.de ,
http://www.grohnde-kampagne.de/aktionen/2017-kommunen

Direktlink zur Lingen-Resolution:
https://bbu-online.de/AK%20Energie/Aktuelles%20AK%20Energie/Lingen-Resolution%2018.pdf

 

per Email am 07.12.2018