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Maifestspiele 2003 - Kurznachrichten vom Tage (1.5.2003) 

geändert am 08. Mai 2005 11:00

Die nachfolgenden Berichte wurden
ab 2.00 Uhr am 1.5. bis 2.5.2003 7.00 Uhr erstellt:

Rund eine Million Menschen haben in der BRD am "Tag der Arbeit"
bundesweit auf DGB-Veranstaltungen
gegen die Reformpläne der Regierung protestiert.

  • Ist Hamburg aus dem Rennen?
    von feuer und flamme - 01.05.2003 02:10
    http://de.indymedia.org/2003/05/50178.shtml

    ...Am Hamburger Wetter lag es nicht. Der Dauerregen endete pünktlich zum Beginn des Events. Auf dem Alma-Wartenburg-Platz in Ottensen stehen ein paar Hundert Leute rum, trinken Bier und sind ruhig und friedlich. Nach und nach ziehen an den Rändern des Platzes Polizeigruppen auf. Die ersten Leute verlassen den Platz wieder. Eine Gruppe ist der Polizei zu groß und darf nicht in Richtung Tom Tailor/Mercado/Bahnhof Altona. Erst jetzt gibt es Ansätze für eine Demo, ein paar wenige Parolen werden gerufen. 40 bis 50 Leute finden sich auf dem Fußweg (Lobuschstr./Museumstr.) plötzlich in einem Kessel wieder. Von Seiten der Polizei gab es vorher keinen Versuch der Kontaktaufnahme. Die zwölf Aufforderungen an die SchülerInnen am 24. März scheinen noch nicht kompensiert worden zu sein. Einzeln aus dem Kessel raus, Personalien, Kabelbinder und HVV-Bus.
    Die restlichen Leute sind in der Zwischenzeit zur Reeperbahn gelangt. An der Kreuzung vor der Davidwache sieht es aus wie nach einem Pauli-Spiel an der Feldstraße. Überall behelmte Polizei, die aufpaßt, dass niemand den fließenden Verkehr stört. Einige Parolen bringen kurzzeitig Bewegung in die Beamten, verstummen jedoch schnell wieder. Der HVV-Bus mit den Gefangenen aus Ottensen fährt zur Parade auch einmal über die Reeperbahn. Als sich an der Balduintreppe ca. 100 Leute gesammelt haben kommen viel mehr Polizisten und die Leute zerstreuen sich. Willkürlich werden ca. 10 Leute an einer Hauswand festgehalten und auch mit genommen.
    Hamburgs Chancen auf die Mai-Straßenspiele 2004 sind heute geschrumpft. Es besteht aber noch die Möglichkeit in den nächsten Tagen einen guten Eindruck beim AMK zu hinterlassen:
    - 1. Mai: 11 Uhr sozialrevolutionäre Demo ab Fischmarkt
    - 2. Mai: 21 Uhr Demo nach dem Spiel von St. Pauli


    Hamburg - Nacht zum 1.Mai 2003: Festnahme
     

  • Zürcher Zeitung: «Erlebnisorientierte» Jugendliche in Hamburg
    http://nzz.ch/2003/05/01/al/page-newzzDF69PO8D-12.html

    In Hamburg zogen in der Nacht zum 1. Mai rund 300 Personen durch die Stadt und zettelten Auseinandersetzungen mit der Polizei an. Nach Angaben eines Polizeisprechers handelte es sich um Männer und Frauen aus dem linksextremistischen Spektrum, Punks, aber auch «erlebnisorientierte» Jugendliche. Aus der Gruppe wurden Flaschen auf Polizisten geworfen, Böller gezündet und mit einem Katapult geschossen, wie die Polizei berichtete. 88 Personen wurden in Gewahrsam genommen, sechs erhielten eine Anzeige. Die Auseinandersetzungen zogen sich von Mittwochabend bis Donnerstagmorgen um zwei Uhr hin.


    Nachtrag

    derStandard.at 01. Mai 2003 14:55 MEZ

    Auch in Hamburg gab es in der Walpurgisnacht Krawalle, und zwar in den Stadtteilen Altona und Sankt Pauli: Nach Polizeiangaben randalierten im Anschluss an eine friedlichen Versammlung unter dem Motto "Walpurgisnacht- Anti-Streich-Konzert" kleinere Gruppen aus dem linksextremistischen Spektrum und der so genannten "Bauwagenszene". Bei dieser und anderen Auseinandersetzungen wurden insgesamt rund 200 Menschen vorläufig festgenommen. Es gab mehrere Verletzte.
     
  • Indymedia: Walpurgisnacht in Berlin Prenzlauer Berg
    von Svennie - 01.05.2003 04:58
    http://www.germany.indymedia.org/2003/05/50194.shtml

    Kleine lustige Hexchen habe ich bei der Walpurgisnacht in Berlin Prenzlauer Berg letztmalig 1995 gesehen. Die Zeiten ändern sich. Heute fliegen keine Besen oder Staubsauger mehr richtung Brocken. Dafür fliegen Brocken durchs absolute Tieffluggebiet. Ein paar hundert Meter höher kreisen Polizeihubschrauber. Die Straßen um den Mauerpark und den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark sind voller Menschen. Die Scheinwerfer des Stadions erleuchten die ganze umliegende Gegend. Die Stimmung ist teils locker teils geladen, als an der Endstation der Straßenbahnlinie 20 ein Jugendlicher festgenommen und an ein PKW gepresst wird. Zwei Polizisten kümmern sich um den Body-Check, ein weiterer filmt alles mit.
    Die Straßen um den Mauerpark und den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark sind voller Menschen. Die Scheinwerfer des Stadions erleuchten die ganze umliegende Gegend. Die Stimmung ist teils locker teils geladen, als an der Endstation der Straenbahnlinie 20 ein Jugendlicher festgenommen und an ein PKW gepresst wird. Zwei Polizisten kümmern sich um den Body-Check, ein weiterer film alles mit.Ein Kamerascheinwerfer geht an. Frontal- und Seitenprofilaufnahmen werden gemacht.
    An der Grenze zu Wedding und vor der Haltestelle haben sich Polizisten zu Ketten formiert.
    Ich schlendere zur Schönhauser Allee. So viele Menschen wie dieses Jahr habe ich aus diesem Anlass seit vielen jahren nicht gesehen. Bühnen des zurvor stattgefundenen Straßenfestes werden abgebaut. Eberswalder Str., die Schönhauser Allee udn die Danziger Straße quellen fast über vor Menschen aus verschiedesten Altersklassen. Die meisten hat sicher die Gaff- und Actionsucht hergetrieben.
    Auch an der Oderberger Str. Ecke Kastanienallee: ähnliche Bilder, eine leicht aufgebrachte Masse und 50 Thüringer Polizisten, die heute in Berlin besonders ihre Härte unter Beweis stellen wollen.
    Neben der Sparkasse ging ein Bauschuttcontainer in Flammen auf.
    Der Wirt der gegenüberliegenden Pizzeria löscht das Feuerchen selbst, bevor es die überengagierten Herren im Wasserwerfer tuen. Die Miettoiletten in der Eberswalderwerden kurzerhand zu Barrikade umfunktioniert, was anfangs auch recht gut klappt. Bald ist die riesige Kreuzung etwas leerer, dafür brodelt es in allen Seitenstraßen. Die Polizisten mit thüringer Aufnähern fallen durch besondere, wahllose Brutalität auf.
    Auf dem Mittelstreifen wird eine junge Frau von etlichen Knüppelschägen getroffen. Kein seltenes Vorkommnis bei Direktion 7 der Berliner Polizei. Polizisten in zivil und Uniform wirken teilwese etwas verunsichert oder gar im Stich gelassen. Barrikaden aus Miettoiletten, massig fliegende Steine, zerstörte Bankfilialenfenster und Bushaltestellen.
    Ich sah zwei Wasserwerfer im Einsatz und einen Räumpanzer.
    Immer verzweifelter und lauter klang die Stimme, die durch Lautsprecher der Polizei, die Leute zum Gröhlen provoziere.
    Ausschreitungen in der Größe und über solange Zeit, mehr als drei Stunden, habe ich hier seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen.


Barrikade in der Eberswalder Straße in der Nacht zum 1. Mai 2003
 

  • Polizeipressedienst Berlin: 01.05.2003 - 10:00 Uhr
    http://www.berlin.de/polizei/Presse/archiv/12198/index.html

    Ausschließlich auf den Bereich rund um den Mauerpark konzentrierten sich in der vergangenen Nacht Straftaten von Gewalttätern, die mit Flaschen- und Steinwürfen auf Polizisten einen friedlichen Verlauf der dortigen Veranstaltungen zur Walpurgisnacht verhinderten. Im gesamten übrigen Stadtgebiet konnten die Menschen ohne Störungen feiern.
    Ca. 6000 Menschen hatten sich am Mauerpark eingefunden, davon 1000 in der Eberswalder Straße, wo ab 21 Uhr 20 eine Bühne für Redebeiträge und Musikdarbietungen aufgebaut war. Unmittelbar nachdem die Musiker gegen 23 Uhr 45 ihre Auftritte beendet hatten und der LKW mit der Bühne weggefahren worden war, wurden die dort eingesetzten Polizisten aus der Menge heraus beworfen. Dabei wurden mehrere die Musikveranstaltung ohne Helm und Schild betreuende Beamte sowie einige Konzertbesucher leicht verletzt. Anschließend räumte die Polizei die nähere Umgebung, wobei es in der Eberswalder Straße, der Kastanienallee und der Schönhauser Allee erneut vereinzelt zu Stein- und Flaschenwürfen auf die Beamten kam. In der Eberswalder Straße Ecke Schönhauser Allee wurden die Schaufensterscheiben einer Bankfiliale beschädigt. Darüber hinaus warfen Unbekannte die Scheiben eines Drogeriemarktes in der Schönhauser Allee ein.
    Nach dem aktuellen Stand der Einsatzauswertung kam es zu 97 vorläufigen Festnahmen nach der Strafprozessordnung überwiegend aufgrund von schwerem Landfriedensbruch. 29 Beamte wurden verletzt, einer davon schwer. Er wird in einem Krankenhaus stationär behandelt.
    Nachtrag: 01.05.2003 - 18:00 Uhr: Walpurgisnacht - 103 Festnahmen
    http://www.berlin.de/polizei/Presse/archiv/12205/index.html
    Im Zuge der polizeilichen Maßnahmen in der vergangenen Nacht am Mauerpark gegen Gewalttäter gab es 97 Festnahmen nach der Strafprozessordnung und sechs zur Gefahrenabwehr. 36 Personen wurden nach Identitätsfeststellung wieder entlassen. Bei den anderen dauern die Maßnahmen noch an. Gegen zwölf Personen wurde bisher (18 Uhr) Anschlussgewahrsam angeordnet.
     
  • DGB-Jobparade wieder bundesweit größte Mai-Demonstration
    yahoo 1. Mai 2003, 14:13 Uhr
    http://de.news.yahoo.com/030501/12/3f7fr.html

    Zehntausende Jugendliche haben am Tag der Arbeit in Schwerin mit einer Jobparade für mehr Arbeitsplätze und bessere Ausbildungschancen demonstriert. Bei der sechsten Auflage der Party mit politischem Hintergrund zogen am Donnerstag 15 Musik-Trucks mit dröhnenden Techno-Klängen begleitet von tanzenden jungen Leuten durch die Innenstadt. Der DGB stellte seine bundesweite Kampagne zur Reform des Berufsbildungsgesetzes vor. Auf Transparenten und Spruchbändern forderten die Jugendlichen mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze. Mit dem Jobparade-Motto «Youth can`t wait» (Die Jugend kann nicht warten) sollen Politik und Wirtschaft zum Handeln aufgefordert werden, sagte der stellvertretende Vorsitzende des DGB-Nord, Ingo Schlüter. Es fehlten bundesweit 140.000 betriebliche Ausbildungsplätze, davon fast 10.000 in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 25.000 Jugendliche seien in dem Bundesland arbeitslos. Die mangelnden Berufschancen führten zu dramatischer Abwanderung.  «Ausbildung statt Abwanderung», hieß es auf einem der Transparente. Auf einem anderen wurde die Frage nach den schönsten Plätzen für die Jugend Deutschlands mit dem Wort «Ausbildungsplätze» beantwortet.
     
  • Nazis & 1. Mai
    Rechtsextreme Gruppen haben ihren geplanten Aufmarsch zum 1. Mai in Frankfurt am Donnerstag kurzfristig abgesagt.
    Als Begründung habe der Organisator angegeben, er habe nicht genug Teilnehmer mobilisieren können, teilte die Polizei mit. Im Stadtteil Fechenheim, der von starken Polizeikräften gesichert wurde, hatten sich am Morgen rund 250 Gegendemonstranten versammelt. Vor einem Jahr hatte die Polizei einen genehmigten Aufmarsch von rund 450 Rechtsextremen in Frankfurt aus Sicherheitsgründen verhindert.

    Nachtrag: 1. Mai in Frankfurt/M. - Erfahrungsbericht zur Demo gegen Rechts
    von Kapu - 02.05.2003 15:33
    http://www.germany.indymedia.org/2003/05/50387.shtml

    Morgens um viertel vor Neun machte ich mich auf den Weg um mich an der Konstablerwache mit einigen Leuten zu treffen und anschließend gemeinsam zum Alfred-Brehm-Platz zu fahren, wo um 9 Uhr der Treffpunkt der Antifa sein sollte.
    Von der Konstablerwache ging's mit der U7 richtung Zoo, als die Bahn dort allerdings hielt kamen schon einige Gleichgesinnte in die U-Bahn, die von Polizeikesseln und Platzverweisen auf dem Alfred-Brehm-Platz erzählten woraufhin alle zusammen einfach mal auf Verdacht mit der UBahn weiterfuhren um sich irgendwie anders nach Fechenheim durchzuschlagen.
    Im Vorfeld hatte ich auf Radio-X, wo es auch dieses Jahr wieder Berichterstattung zu den Demos gab, von Platzverweisen gehört, die die Polizei bereits in der Nacht in Fechenheim ausgesprochen hatte.
    An der Haltestelle Gwinnerstraße leerte sich die UBahn und wir machten uns mit einer Gruppe von vielleicht 45 oder 50 Leuten auf in Richtung Hanauerlandstraße. An der nächsten Ecke allerdings war schon Polizei präsent, etwa 20 Pollis waren in der näheren Umgebung zu sehen und bereits von der hier überirdisch fahrenden U7 aus waren ettliche grüne und einige ihrer Busse zu sehn gewesen. Am Zugang zur Wächtersbacher machten sie dann mit einer losen Kette zu so dass unsere Gruppe etwas planlos stehen blieb und wir uns bald in einigem Abstand von grünen Männlein involler Montur, allerdings noch ohne Helme und Schilde, umringt sahen. So verging einige Zeit mit planlosem Herumstehen und irgendwann, nach einigen Verhandlugen, geführt von einem älteren Mann mit Gewerkschafts-Fahne kam es dazu, dass die Pollis uns zusicherten uns zum ökomenischen Gottesdienst in Fechenheim zu begleiten, und dass wir dazu über irgendeine Brücke über die Bahngleise müssten, deren Namen niemand verstand..
    Also ging es etwa hundert Meter wieder in die andere Richtung und das zu unserem "eigenen Schutz" (natürlich....) mit dem Großteil der mehr oder weniger freundlichen Grünen...
    Als dann die nächste Ubahn einfuhr waren die Pollis aber plötzlich wieder verschwunden und wohl damit beschäftig die Neuankömmlinge zu begrüßen, so dass wir wieder alleine waren.
    Die Gruppe versuchte durch verschiedene Seitenstraßen nach Süden zu kommen, wo wir aber wiederum von Pollis aufgehalten wurden, die nichts von dem Gottesdienst wussten, dessen Besuch uns vorher zugesichert worden war... Nach längeren Verhandlungen ging es etwas vorwärts aber wohl nur zum Kippenautomaten... kurz darauf wurden wir in eine weitere Straße vorgelassen, die etwa nach westen führte... irgendwann gelang es uns in Richtung der Bahngleise zu kommen und es gab Diskusionen ob man sich einen Weg quer über die Gleise suchen sollte oder ob man an der schon zu sehen Autobrücke versuchen sollte zum westlichen Ende der Hanauer Landstr. zu kommen, wozu es dann auch kam.
    Also setzte sich die Gruppe in Richtung Hanauer Landstr. in Bewegung wo wir auch ankamen und wo zuerst nur ein Streifenwagen Stand, der den Verkehr regelte.. Also ging es die Hanauer runter richtung Fechenheim. Zwischendurch hörte man immer mal wieder was von nur 6 angereisten Nazis, aber näheres war nicht zu erfahren...
    Als weiter hinten auf der Hanauer schon Polizeisperren zu sehen waren und hinter uns eine weitere Gruppe mit zwei roten und einer Kuba-Fahne, warteten wir auf die andere Gruppe und bogen dann nach Rechs in die nächste Seitenstraße ein um nicht direkt auf die Polizeisperre zuzulaufen...
    Nach dieser inzwischen mehr als zwei Stunden andauernden Irrfahrt gelang es uns zumindest langsam in Richtung Fechenheim zu kommen, wobei wir ab und zu von Polizisten am Einbiegen in verschiedene Straßen gehindert wurden, von denen einige von Ketten, andere aber auch nur von drei Zivis geschützt waren.
    Letztendlich wurde uns zugesichert, uns nach Alt-Fechenheim vorzulassen und eine Straßensperre, vor der wir mit ca. 15 Leuten gewartet hatten da es Gerüchte gab man käme zwar rein aber nichtmehr raus, aufgelöst wurde gingen wir, nur von einem Polizeibuss der auf der Straße neben uns her fuhr, während wir, mittlerweile nurnoch etwa zu zehnt, auf dem Bürgersteig gingen...
    In Fechenheim selbst angkeommen war erstmal große Pause am erstbesten Döner-Laden, worauf die Polizisten sich erstmal ein Eis holten und irgendwann, nachdem wir auch nach 20 Minuten noch on der Schlange für den Döner standen, wegfuhren...
    Als wir später nach Alt-Fechenheim kamen, wo sich einige Hundert Gegendemonstranten um 2 LKWs mit Lauti-Anlagen versammelt hatten, schiend grade verhandelt worden zu sein, dass die Linken auf der Route der Nazis eine Spontan-Demo durchführen dürften. Die Straße war allerdings noch mit mehreren Poli-Bussen zugeparkt vor der sich eine Polizeikette, diesmal auch mit Schilden udn Helmen, formiert hatte....
    In den vordersten Reihen kam es zu kleinerem Gerangel zwischen Polizei und Linken, wieder wurde fleißig gefilmt, woraufhin Sprechchöre wie "Haut Ab" oder "Kameraman - Ar***lo**" zu hören waren und der Lauti sich Diskusionen mit dem Lautsprecher der Polizei lieferte, die hauptsächlich aus Aufforderungen die Vermummungen, bzw. auf der anderen Seite die Helme, abzulegen bestanden.
    Während dem Gerangel in den vordersten Reihen gelang es den Linken einem Polizisten das Plexi.Schild zu entreißen, was unter dem Jubel der Demonstranten auf über die Köpfe nach hinten gereicht wurde und dann irgendwann verschwunden war :D
    Irgendwann machten die Polizisten dann die Lücken zwischen den Wagen auf und ließen sich sogar dazu hinreißen ein bisschen zur Seite zu fahren, so dass zumindest die Domonstranten durchkamen..
    Diese Freiheit war abe rnicht von langer Dauer, da etwa Hundert Meter später die bayrischen Knüppel-Cops eine Kette gebildet hatten und nichts mehr ging... wieder Sprechchöre, Aufforderungen des Lauti-PKW die Helme abzunehmen und sich an die Abmachung zu halten die Straße frei zu machen und Vorwürfe, Provokation und Gefilme auf seiten der grünnen Männlein,....
    Irgendwann wurde auch diese Kette wieder aufgelöst auchw enn die Forderung den Lauti-LKW nach vorne zu bringen nicht erfüllt worden war, was dank der parkenden Polli-Busse auch garnicht möglich gewesen wäre... Die Zeit vertrieben sich die Linken damit, sich über Aussagen des Lautis wie "In Bayern läuft die Zeit ja bekanntlich anders, wir geben der Polizei noch fünf Minuten Zeit" und Gejodel aus einem Megafon zu amüsieren.
    Als es dann weiterging, gelangte die Demo irgendwann zum östlichen Ende der Hanauer Landstr. wo auf einem Parkplatz die Kavallerie sowie hinter Büschen mehr oder weniger versteckt ein Räumpanzer und ein Wasser-Werfer standen, die allerdings niocht zum Einsatz kamen,...
    Dort kam es zur Vereinigung mit einem weiteren Demozug, der die Hanauer runter kam. Anschließend wurden wir nach längerem warten von den Pollis einmal um die Straßenbahnhaltestelle geführt, um zu sehen, dass keinerlei Nazis da waren...
    Es kam noch zu eingem Gerangel, als die Polizei Personalien eines Demonstranten aufnahm und im Anschluss zu erneuten Diskusionen zwischen den verschiedenen Lautis... (Kernaussage: "Verpisst euch endlich, wir brauchen euch nicht um zu demonstrieren!")
    Schließlich ging es dann zum Bhf-Mainkur, wo die Nazis sich hatten versammeln wollen, wo es auf dem endlich durchkommenden LKW noch ein paar Reden gab, zur Abschlusskundgebung und der anschließenden Auflösung und Heimfahrt...
    Am Bahnhof kam es zwar nochmal zu Gerangel, als drei Pollis scheinbar jemanden festnehmen wollten. Die Grünen sahen sich allerdings schnell von ca. 100 Linken umringt und gaben dieses Vorhaben scheinbar auf. Trotzdem blieb soweit alles freidlich, und es kam zu keinerlei Schlagstockeinsatz, was die Situation hätte eskalieren lassen können...
    Fazit:
    Wieder mal ist es gelungen, den Nazis den Spaß zu vermiesen, auch wenn sie außer ein paar besoffenen Kiddies (zu sehen gewesen am baned im hessenfernsehn) garnicht erst anreisten.
    Eine bunte Mischung aus Kirche, Antifa, Gewerkschaft und verschiedenen anderen Gruppen hat gezeigt, dass Frankfurt kein guter Ort für Nazis ist.
    Auf Grund von ständigen Polizei-Provokationen kam es zwar zu kleineren Reibereien, größtenteils blieb aber soweit alles friedlich.
    Was es mit den nächtlichen Platzverweisen in Fechenheim und denen an Antifa-Treffpunkt vor dem Zoo auf sich hat weiß ich leider nicht... vielleicht weiß da ja jemand mehr,..
    Kein Fuß breit den Faschisten!
     
  • Nazis in Halle
    von _anna_
    http://www.germany.indymedia.org/2003/05/50343.shtml

    Circa 1200 Neonazis marschierten gestern durch Halle. Nur vereinzelt gelang es AntifaschistInnen die Nazi-Demo zu stören, der "Höhepunkt" war eine etwa 20minütige Sitzblockade auf einer Brücke, die aber von der Polizei geräumt werden konnte. Die Bürger Halles hielten es offensichtlich nicht für nötig, irgendetwas gegen die Nazi-Aufmärsche zu unternehmen, so dass der vom Bürgermeister ausgerufene "Aufstand der Anständigen" an den circa 300 AntifaschistInnen hängen blieb.
    Meine erste (Gegen-)Demo in den neuen Bundesländern werde ich so schnell sicher nicht vergessen. Nach fünfstündiger Anreise mit dem Zug freuten wir uns schon auf andere AktivistInnen am Hauptbahnhof in Halle. Doch statt Gleichgesinnten trafen wir immer wieder auf kleine Grüppchen "Nazi-Hip-Hopper" (anders kann ich sie nicht beschreiben). Offensichtlich muss man sich neuerdings nicht nur an Pali-Tücher tragende Nazis gewöhnen, sondern unter braune Mode fallen ab sofort auch Baggy-Pants und Sneakers. Abgerundet wird dieses neue Mode-Bewußtsein nicht zwangsweise durch eine Glatze, sondern vielfach durch eine ordentliche Überdosis Sonnenstudio.
    Neben den "Hip-Hop-Nazis" prägten vor allem Nazi-Hools das Demo-Bild: Der "Stolz" der "Fans" des 1. FC Magdeburg, Dynamo Dresden und VFB Leipzig beschränkt sich offensichtlich nicht nur auf ihren Verein. Den Ordnerdienst bei den Nazis übernahm der "Saalschutz Sachsen-Anhalt" (oder so ähnlich), der mit Funkgeräten ausgestattet die Jagd irgendwelcher Anabolika-Nazis auf AntifaschistInnen koordinierte.
    Am Platz vor dem Rathaus angekommen, trafen wir eine Gruppe Autonomer, mit der wir uns später an der besagten Sitzblockade beteiligten. Diese wurde aber nach der Drohung der Nazis, die gleiche Show wie in Leipzig abzuziehen, aufgelöst. Wer jetzt noch nicht in Gewahrsam oder weggeschleppt worden war, "durfte" der Zwischenkundgebung der Nazis lauschen. Spätestens hier hätte die Polizei die Nazi-Veranstaltung auflösen müssen. "Heil dem...", "Deutschland den Deutschen" und diverse Drohungen gegen Menschen, die sich gegen Nazis engagieren, hebten die Stimmung der "Kameraden". Es kursierte das Gerücht, dass die Nazi-Route insgesamt über 5 (!) Kilometer lang war. Es ist ein Skandal wie den Nazis diese Wegstrecke überhaupt erst genehmigt und dann auch noch freigeräumt wurde. Überflüssig zu erwähnen, dass AntifaschistInnen erst die Rückreise antreten durften als auch der letzte Nazi in den Zug gestiegen war.

     
  • Polizeiübergriffe bei NPD-Demo in Berlin
    der
    Standard.at 01. Mai 2003 14:55 MEZ
    http://derstandard.at/standard.asp?id=1286702
     



    Die NPD-Gegner versuchten nach Polizeiangaben mehrmals, die Demonstrationsroute im Stadtteil Charlottenburg zu blockieren, um die etwa tausend Rechtsextremen am Weitermarschieren zu hindern. "Dabei gab es kleinere Rangeleien", sagte ein Polizeisprecher. Die NPD-Gegner seien dann durch Polizeibeamte abgedrängt worden. Am Ort der Abschlusskundgebung, den die NPD-Anhänger am frühen Nachmittag erreichten, herrschte dennoch eine aufgeheizte Atmosphäre. Die Gegendemonstranten quittierten den Auftritt der Rechten mit Pfiffen und Buhrufen. Bereits im Vorfeld des NPD-Aufzuges hatten rund 50 Gegendemonstranten an zwei nahegelegenen S-Bahnhöfen die Türen mehrerer Waggons blockiert, dadurch wurde der Zugverkehr für rund 45 Minuten unterbrochen. Der Bundesgrenzschutz beendete die Aktion ohne Festnahmen.

    Bei einer Demonstration der rechtsextremen NPD in Berlin ist es am Donnerstag zu Zusammenstößen zwischen Neonazis und linken Gegendemonstranten gekommen.
     


    Polizeikräfte attackieren eine Antifaschistin

    Dazu ein Erfahrungsbericht
    von von No Justice-No Peace - 01.05.2003 16:05
    http://www.germany.indymedia.org/2003/05/50225.shtml
     

    Wir sammelten uns gegen 10.00 Uhr auf dem Theodor-Heuss Platz, wo eine Antifa-Kundgebung stattfinden sollte. Aufgrund der recht fortgeschrittenen Zeit und der zunehmenden Polizeipräsens entschieden wir uns mit vielen anderen, direkt an die Demostrecke der Nazis zu gehen. Viele Seitenstraßen waren hermetisch von der Polizei abgeriegelt. Allerdings wurde kurzerhand in einer Parralelstraße der Nazidemo eine Kundgebung angemeldet. Man konnte von hier aus direkt auf die Strecke der Nazis sehen. Allerdings waren auch hier Absperrgitter und massive Polizeikräfte vor Ort. Hier bekamen wir die Information, dass Antifas durch eine Blockadeaktion den S-Bahn Verkehr für 45 Minuten unterbrochen haben, wodurch viele Berliner Nazis den Auftaktort erst später erreichten. Als die Nazis auftauchten, wurden sie mit Sprechchören und Pfiffen begrüßt. Circa hundert Antifas haben dann versucht, über eine Nebenstraße auf die Strecke zu kommen. 20 Leute haben es geschafft, direkt an die Nasen heranzukommen. Hier gab es die ersten Rangeleien mit der Polizei, ich wurde ziemlich unsanft zu Boden geworfen. Festnahmen habe ich nicht beobachtet. Hier tachten auch vermummte Prügeleinheiten aus Bayern auf, die uns die Straße heruntertrieben. Die zweite Begegnung mit den Nazis gab es am Steubenplatz. hier war auch en Antifa-Lauti und ca 400 Antifas vor Ort. War ziemlich laut. Auf der Straße kam es wieder zu Rangeleien, ein Wasserwerfer und ein Räumpanzer fuhren auf. Die Nazis waren in Sicht- und Rufweite, mehrere Polizeireihen trennten uns jedoch. Sie wurden circa 10 Minuten mit Sprechchören und Antinaziliedern beschallt. Weiter ging es in Kleingruppen durch Nebenstraßen, wo man immer wieder die Nazis sehen konnte. Am Olympiastadion war dann kein Durchkommen mehr, alles war durch Prügeltrupps hermetisch abgeriegelt. Eine kleine Anekdote noch: Auf dem weg zum Olympiastadion durchquerten wir eine lange, sehr hügelige Waldstrecke querfeldein, mit teilweise sehr steilen Anstiegen. Verfolgt wurden wir von 30 Bullen aus einem anderen Bundesland, schwer behelmt, mit Schilden und Vollausrüstung. Sie kamen eine viertelstunde nach uns schnaufend an :-)
    Fazit: Demo nicht verhindert, teilweise blockiert und gestört.
    Trotzdem entschlossene und gut agierende Gegendemonstranten, leider zu viel Polizei, die auch sehr entschlossen, teilweise sehr brutal vorging!

     
  • Schröder im Mai
    von antifax - 01.05.2003 15:30
    http://www.germany.indymedia.org/2003/05/50220.shtml

    AntifaschistInnen haben am 1.Mai gegen den Besuch Gerhard Schröders protestiert. Mit Pfiffen und Sprechchören wie "Luxus für alle - sonst gibt es Krawalle!" sowie "Nie wieder Arbeit!" machten die Demonstranten ihrer Ablehnung der "neoliberalen" Pläne der SPD Führung Luft.  Die Polizei, welche in Erwartung von linken Protest bereits Früh Morgens im Umkreis von über 5 Kilometern um den Hessenpark Strassensprerren errichtet hatte missachtete die Meinugsfreiheit: Unzähligen Besuchern wurden ohne nähere Begründung Platzverweise für den gesamten Bereich des Hessenparks erteilt, Transparente wurden beschlagnahmt und Gewerkschaftsmaterialien wurden schon in Bad Homburg von Zivilpolizisten beschlagnamt. Mit einem martialisches Aufgebot (Hunde, Hubschrauer) machte die Polizei ihre Botschaft an alle konsequenten Gegner von Arbeitswahn und Soziallabbau klar - "Protest wird nicht gedultet".
    Eine Antifa Sprecherin kritisierte die Zusammenarbeit der Gewerkschaften mit der Regierung scharf:
    "Der Sozialabbau ist das Ergebnis der Entwicklung des Kapitalismus. Wer sich ein schönes Leben für alle Menschen wünscht, muss daher gegen das System als ganzes angehen anstatt nationalistisch für den sogenannten "Standort Deutschland" die gesellschaftlichen Widersprüche einzuebnen. Klassenkampf statt sozialpartnerschaftlichem Kaffeklatsch ist angesagt."
    Angesichts der sich "verschärfenden Zwangsverhältnisse" forderte die antifa Gruppen alle Linken auf verstärkt gemeinsam gegen die "deutschen Zustände" vorzugehen und kündigte weitere Aktivitäten an:
    "Wir werden uns in der Sparte "trouble an der heimatfront" auch in Zukunft weiter mit großem Einsatz engagiere. Unsere Chancen für eine letztlich positive Bilanz stehen gut - wir haben schließlich das beste Produkt. Für das laufende Geschäfstjahr streben wir daher den Sturz der Regierung und mittelfristig die Umwälzung der kapitalistischen Verhältnisse sowie die Einrichtung einer herrschaftsfreien Gesellschaft an." Unbestätigten Gerüchten zufolge gibt es Überlegungen Aktivtitäten zum SPD-Sonderparteitag zu starten. Rock on!
    trouble an der heimatrfont - ein service der autonomen antifa
    viel getan. viel zu tun.
     
  • Über 1000 bei revolutionärer 1. Mai Demo in Hamburg
    von fähnlein fieselschweif - 01.05.2003 16:54
    http://www.germany.indymedia.org/2003/05/50237.shtml

    Nach der enttäuschender Auftaktveranstaltung am gestrigen Abend konnte Hamburg heute Boden im Wettstreit um die Ausrichtung der Mai-Straßenspiele 2004 gut machen. Über 1000 Leute beteiligten sich an der revolutionären 1. Mai Demo vom Fischmarkt zum Achidi-John-Platz. Der revolutionäre Block auf der DGB Demo umfaßte um die 500 Leute (im Vergleich zu max. 150 in den letzten Jahren). Hinter den weit auseinander gezogenen Gewerkschaftern und kommunistischen Grüppchen folgte noch eine fast eigenständige Demo mit Fronttransparent und Seitentransparenten.
    Am Fischmarkt wurde gedreht und schon kam die Polizei um ein Spalier zu machen. Die Zwischen- bzw. Auftaktkundgebung fiel der streikenden Technik zum Opfer (Abzüge in der technischen Durchführung). Nach einiger Wartezeit ging es durch Altona und St. Pauli bis ins Schanzenviertel vor die Rote Flora auf den Achidi-John-Platz (AJP). Das Polizeispalier blieb erst am Eingang zum Schulterblatt stehen. Zur Abschlußkundgebung lief die Technik wieder und die Leute verließen langsam den Platz.
    Als alles vorbei war und nur noch knapp 70 Leute über den AJP verteilt warteten kamen drei Bullentrupps. Sie wurden jedoch kaum beachtet und gingen wieder, wie auch alle anderen Leute. Laut NDR-Videotext wurden gestern Abend 88 Leute in Gewahrsam genommen und mehrere fest genommen. Als Begründung für einen mehrstündigen Aufenthalt im Gewahrsam reichte ein Hinweis auf eine Kleidung, die einen "dazugehörig" erschienen ließ. Hamburgs Chancen für die Austragung der Mai-Straßenspiele 2004 hängen nun stark mit dem Ausgang des St. Pauli-Spiels morgen Abend zusammen. Um 21 Uhr soll es eine weitere Demo an der Feldstraße geben.


Diese schöne Foto von der Hamburger rev. 1.Mai-Demo stammt von http://www.libertaereszentrum.de/bilder.html 
 

  • Revolutionäre 1. Mai Demo in Nürnberg
    von s.a.r.c. - 01.05.2003 18:50
    http://www.germany.indymedia.org/2003/05/50263.shtml

    In Nürnberg versammelten sich heute um 12:00 Uhr ca. 500 Leute am Auftaktplatz in Gostenhof zur Revolutionären 1.Mai Demo die in diesem Jahr das 11. mal stattfindet und von Autonomen und Antifaschistischen Gruppen organisiert wird. Dieses Jahr beteiligten sich auch erstaunlich viele Schüler des Anti-Kriegsbündnisses. Bereits hier wurden 2 Menschen festgenommen, einer davon ist schon seit längerer Zeit von Abschiebung bedroht.
    Die Demo verlief recht friedlich, wurde jedoch von einem massiven Polizeiaufgebot (USK+Einsatzhunderschaften) begleitet. Abgesehen von ein paar Rangeleien am Rande ist mir zumindest nichts weiter bekannt. Die, auf ihrer üblichen Route (Plärrer-Weißer Turm-Altstadtring-Gostenhof) verlaufende Demo endete wie jedes Jahr in Gostenhof mit einem Internationalistischen Straßenfest. Hier schien die Polizei zunächst abzuziehen, sammelte sich jedoch einige Straßen weiter (Bärenschanzstraße). Wärend des Straßenfestes wurde die nahegelegen (an einem Feiertag waaaaaahhhhhnsinnig befahrene) Fürther Straße durch Sitzblockaden blockiert. Daraufhin erschien viel Polizei, auch USK in Kampfanzügen und die Straße wurde unter Schlagstockeinsatz geräumt. Natürlich strömten daraufhin mehrere Hundert TeilnehmerInnen des Straßenfestes zu den Polizeiketten und drängten diese auf die zuvor blockierte Straße zurück. Die Bullen wurden mit Flaschen und Steinen beworfen. Trotzdem gelang es der Polizei eine Gruppe (20 bis 30) vermeintliche "Flaschenwerfer", ein großteil davon unter 16 Jahren einzukesseln. Nachdem,nach meinen Schätzungen ca. 15-30 Leute in gewahrsam genommen wurden, unter ihnen Jugendliche die nicht älter als 14 Jahre alt aussahen, und nachdem einige erboste Passanten auf den Einsatzleiter einredeten, sowie nach massivem Flaschenbombardement zog sich die leicht irritierte Knüppelgarde zurück. Seit dem ist die Fürther Straße wieder dicht. Leider wurden einige Leute verletzt, meistens Kopfplatzwunden. Ein herbeigerufener Krankenwagen des MKT Nürnberg konnte (oder wollte) wohl nicht helfen und fuhr nach einerUnterhaltng mit einem Polizisten davon. Ein stark blutender Mensch, der vorher wohl zusammengeknüppelt wurde und mehr oder weniger regungslos am Boden lag wurde von 3 USKlern auf ihm knieend gefesselt und davongeschleppt.
    Des war halt mal wieder ne dolle Bullenaktion!
    Das Straßenfest ist momentan immer noch im gange.
    Die Bullen sind (noch) abgezogen.
    Hoch die Internationale Solidarität!

    Nachtrag: EA: Mind. 44 Festnahmen in Nürnberg
    von EA Nürnberg - 02.05.2003 13:30
    http://www.germany.indymedia.org/2003/05/50348.shtml

    Im Rahmen der Veranstaltungen am 1. Mai wurden uns bisher 44 Festnahmen bekannt. Die meisten erfolgten am Rande des Straßenfestes an der Fürther Straße im Anschluß an die "Revolutionäre 1. Mai-Demo". In der Innenstadt wurden auf dem Weg zum Bahnhof mindestens zwei Personen festgenommen. Unter den 42 Festgenommenen, die bis 20.00 Uhr alle wieder freigelassen wurden, befanden sich mindestens 24 Minderjährige, darunter ein Dreizehnjähriger.
    Die Tatvorwürfe reichten von Verstoß gegen das Versammlungsgesetz über Beamtenbeleidigung und Landfriedensbruch bis hin zu Körperverletzung.
    Die Gefangenen wurden alle in die Polizeiinspektion Mitte gebracht und dort erkennungsdienstlich behandelt. Zwei Personen mußten mit Kopfverletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Von einer Festnahme wird berichtet, dass drei Polizisten auf dem stark aus dem Mund blutenden Demonstrationsteilnehmer knieten und ihn mehrmals schlugen, sobald er sich rührte. Freunde des anderen Verletzten wurden von Polizisten rabiat aus dem Erler-Klinikum geworfen.
    Auch auf dem Transport in die Inspektion sowie auf der Wache selbst sei es nach Angaben der Betroffenen zu zahlreichen Drohungen, Beleidigungen und Handgreiflichkeiten gekommen. Mindestens zwei Personen wurde ihr Geld nach Ende der Polizeimaßnahme nicht wieder ausgehändigt.
    Allen Gefangenen, auch den Minderjährigen, wurde trotz mehrmaliger Nachfrage das Recht auf zwei Telefonate verweigert. Auch der Gang auf die Toilette wurde allen Gefangenen nicht zugestanden. Einige mußten daraufhin Flur oder Zelle nutzen.
    Die Rote Hilfe Nürnberg betrachtet dies als einen ungeheuerlichen und unverhältnismäßigen Vorfall, bei dem selbst Minderjährigen ihre grundlegenden Rechte aberkannt wurden.
    Auch aufgrund der Tatsache, dass wieder Festnahmen auf dem Heimweg vorgenommen wurden, rät die Rote Hilfe abermals, in Gruppen auf Demos zu gehen und sich nicht allein von diesen zu entfernen.
    Rote Hilfe e. V., OG Nürnberg

     
  • Spontandemo für den Erhalt der alternative in Lübeck
    von Freunde der alternative - 01.05.2003 19:56
    http://www.germany.indymedia.org/2003/05/50275.shtml

    Etwa 100 Menschen fanden sich heute am Rande des Maifestes auf der alternative zu der spontanen Demonstration ein. Die CDU-Mehrheit der Lübecker Bürgerschaft hat am 24.4. beschlossen, den Mietvertrag mit der alternative nicht über das Jahr 2004 zu verlängern. Die Demonstration sollte zeigen, dass diese sich nicht widerstandslos vertreiben lassen wird. Die Bullen ließen sich bis auf 2 den Verkehr regelnden Hanseln nicht blicken. Bei guter Stimmung wurden diverse Parolen gerufen und auch einige pyrotechnische Utensilien fanden Verwendung. Vor dem Lübecker Rathaus gab es eine Zwischenkundgebung, in der die Entschlossenheit deutlich zum Ausdruck kam.
    Hiermit sei auch auf die nächsten Samstag stattfindende Demo zum Erhalt der alternative hingeweisen.
    Treffpunkt ist um 12 Uhr auf der alternative.
    Walli bleibt - Regierung geht!
    Kommt zahlreich!
    Homepage: http://www.alternative-verteidigen.de
     
  • Polizeipressedienst Berlin: 01.05.2003 - 19:10 Uhr
    Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration verlief friedlich
    http://www.berlin.de/polizei/Presse/archiv/12206/index.html

    Die friedlich verlaufene Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration hat der Veranstalter gegen 18 Uhr 10 vor etwa 3.500 Teilnehmern für beendet erklärt. Der Aufzug, zu dem sich bis zu 5.000 Personen eingefunden hatten, begann gegen 16 Uhr am Oranienplatz in Kreuzberg und führte durch mehrere Straßen bis zum Heinrichplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Bei Vorkontrollen hatte die Polizei mehrere Personen festgenommen.
  • Polizeipressedienst Berlin:  01.05.2003 - 21:35 Uhr
    "Nie wieder Frieden" ging friedlich zu Ende
    http://www.berlin.de/polizei/Presse/archiv/12207/index.html

    Auch der Aufzug einer Gruppe „Kritik und Praxis“ unter dem Motto „Nie wieder Frieden“ ging gegen 20 Uhr 40 friedlich zu Ende. Zuvor hatten sich die Teilnehmer am Rosa-Luxemburg-Platz getroffen. Bei den Vorkontrollen nahm die Polizei mehrere Personen fest. Der Demonstrationszug von bis zu 3.000 Personen setzte sich gegen 18 Uhr 30 in Bewegung und führte durch Friedrichshain nach Kreuzberg zum Lausitzer Platz.
     


 

  • Berliner Morgenpost: Schwere Ausschreitungen in Kreuzberg
    http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/titel/story600994.html

    Trotz deutlicher Zurückhaltung der Polizei ist es am Abend des 1. Mai im Berliner Stadtteil Kreuzberg zu schweren Ausschreitungen von Jugendlichen gekommen. Am Heinrichplatz schleuderte eine Gruppe von 100 bis 150 Randalierern Flaschen und Steine gegen die Einsatzkräfte. Die teilweise vermummten Gewalttäter schossen auch ohne ersichtlichen Grund Feuerwerkskörper ab. Rund um den Mariannenplatz wurden Autos demoliert, umgestürzt und angezündet, Rauschwaden zogen durch die Straßen. In einem Autohaus wurden die Fensterscheiben eingeschlagen. Am Lausitzer Platz wurden Steine aus dem Pflaster gerissen. Die Gewalt war kurz nach 20 Uhr ohne erkennbaren Grund eskaliert. Die Polizei, die sich bis dahin deutlich zurückgehalten hatte, griff hart durch und ging massiv gegen die zum Teil vermummten Gewalttäter vor. Die Beamten setzten Tränengas ein und fuhren Wasserwerfer auf. Erste Störer wurden festgenommen.

  • In Berlin brennen die Barrikaden
    Spiegel online 21:21
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,246927,00.html

     Nach friedlichen Demonstrationen, darunter die "Revolutionäre 1.Mai-Demonstration" mit 5000 Teilnehmern, und Straßenfesten ist es am Donnerstagabend im Berliner Bezirk Kreuzberg zu Ausschreitungen gekommen. Eine Gruppe von 100 bis 150 Randalierern schleuderten Flaschen und Steine gegen die aufmarschierte Polizei. Die teilweise vermummten Gewalttäter schossen auch ohne ersichtlichen Grund Feuerwerkskörper ab. Autos wurden am Heinrichplatz demoliert, umgestürzt und angezündet, Rauschwaden zogen durch die Straßen. In einem Autohaus wurden die Fensterscheiben eingeschlagen.  Zunächst schritt die Polizei nicht ein, obwohl Vermummte auch Steine in Richtung Polizei und Presse warfen. Eine Polizeisprecherin sagte, man habe sich bewusst zurückgehalten, und das habe anfangs erkennbar verunsichernd gewirkt.  Dann ging die Polizei doch massiv mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Randalierer vor. Ein Sprecher sagte: "Es ist, wie wir gesagt haben: Wenn etwas passiert, greifen wir ein." Ob Personen bei den Ausschreitungen zu Schaden kamen, war zunächst nicht bekannt.  Nur wenige Minuten zuvor hatte Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch betont, am Polizeikonzept der Deeskalation festzuhalten. Die Polizeikräfte wollten sich zurückhalten, solange Demonstrationen friedlich verlaufen. Seit 16 Jahren ist es bei den Feiern zum 1. Mai in Berlin immer wieder zu Ausschreitungen in Kreuzberg gekommen.
     

  • Weitgehende Ruhe nach Krawallen in Kreuzberg
    Yahoo Nachrichten 1.5.2003 - 23.54 Uhr
    http://de.news.yahoo.com/030501/3/3f83f.html

    Nach den schweren Ausschreitungen in Berlin- Kreuzberg ist inzwischen wieder weitgehende Ruhe eingekehrt. Seit etwa einer Stunde habe man von keinen schlimmeren Vorfällen mehr gehört, sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten waren mit Schlagstöcken, Tränengas und Wasserwerfern eingeschritten, nachdem vermummte Jugendliche Autos angezündet und Schaufensterscheiben eingeworfen hatten. Zuvor waren die Beamten mit Flaschen und Steinen attackiert worden. Laut Polizei wurden 30 Gewalttäter festgenommen.

  • 1. Mai Dresden: Nazi-Wirrsal unter martialischem Polizeischutz
    von AntifaRechercheTeam Dresden 1.5.2003
    http://asia.groups.yahoo.com/group/infopartisan/message/4436

    Während das rechtsextreme regionalsächsische "Netzwerk Rechts Pirna-Sebnitz" für den 1. Mai zum Aufmarsch der so genannten 'Freien Kameradschaften' nach Halle/Saale aufrief, mobilisierte das "Bundnis Rechts" aus Lübeck zum braunen Warrhalla-Umzug nach Dresden. Letztendlich fanden rund 150 versprengte Nazi-Fußvölkische den Weg in die sächsische Landeshauptstadt um für "Arbeitsplätze
    zuerst für Deutsche!" zu demonstrieren. Mehrere Hundertschaften Polizei im Aufmarschgebiet, Polizisten auf umliegenden Dächern, Hubschrauber in der Luft und schließlich auch Polizisten zu Pferde, so zeigte sich dann in den Mittagsstunden des 1. Mai die Dresdner Prager Straße.  Im sich versammelnden Pulk der Neonazis befanden sich unter anderem die vornehmlich regional bekannten Rechtsextremisten ALEXANDER KLEBER, SVEN HAGENDORF, RENE DESPANG, ELLIE DOBBERSTEIN, JÜRGEN-UWE KRUMPHOLZ, KLAUS MENZEL sowie NILS REIFENSTEIN und DIETER KERN. In seiner nicht nur akkustischen Nullnummer-Auftaktrede bedankte sich Demo-Anmelder KERN aus Lübeck ausdrücklich für die Vorort-Unterstützung bei HAGENDORF und DESPANG. Gegen 12 Uhr setzte sich das vom "Bündnis Rechts Schleswig-Holstein" dominierte Häuflein Neonazis in Zweierreihen hinter dem als Lautsprecherwagen fungierenden roten Opel-Kadett HL DK 401 in Bewegung. Bei fast völligem Ausschluss von Öffentlichkeit absolvierten die Rechtsextremisten unter massivem Polizeischutz den ersten Teil ihrer eher abgelegenen Route um das Stadtzentrum mit einer ebenso unbeachteten Zwischenkundgebung. Antifa-Gruppen in der näheren Umgebung des Nazi-Aufzugs wurden von der Polizei aggressiv abgedrängt und mit Platzverweisen belegt. Auf Nazi-Seite war während der gesamten Demonstration relativ durchgängig Anti-Antifa-Aktivität zu beobachten, wobei sich allerdings der bekannte Anti-Antifa-Aktivist HAGENDORF auffällig zurück hielt. Im Vorfeld des Straßburger Platzes dann musste der Nazi-Aufzug mehrmals stoppen, weil der weitere Demonstrationsweg über die Güntzstraße von einer Antifa-Blockade versperrt war. Bei der Räumung dieser Blockade durch Sondereinsatzkräfte der Polizei, Hand in Hand mit zivilen Einsatztrupps, kam es wiederholt zu völlig überzogenen und unverhältnismäßigen Aktionen seitens der Polizei gegen Antifaschisten. Besonders unrühmliche und teils regelrecht brutale Formen nahm ab diesem Zeitpunkt der Aufritt der polizeilichen Pferdestaffel an. So wurden mehrmals Pferde massiv und direkt gegen einzelne Antifas eingesetzt. In Richtung Sachsenplatz spielten sich regelrecht berittene Jagdszenen auf Nazigegner ab. Der DGB zog es übrigens an diesem Tag mit angeblich 1.000 Demonstranten vor, sein ach so couragiertes Gesicht-gegen-Rechts eine im Vorfeld angekündigte halbe Stunde lang weitab vom Nazi-Marsch zu zeigen. Im Umfeld der Kreuzung Güntzstraße-Pillnitzer Straße hielten sich zu diesem Zeitpunkt zirka 300 Antifas auf, denen es aber letzendlich leider nicht gelang, eine wirksame Blockade der Nazi-Route zu errichten und aufrecht zu halten. Es kam zu mehreren Festnahmen. Vereinzelt flogen Wurfgeschosse, Leuchtspuren zogen ihren Weg und ein Nebelböller zeigte kurz Wirkung. Die Polizei trieb auf dem weiteren Weg bereits kleinste Ansätze von antifaschistischem Widerstand in die angrenzenden Nebenstraßen. Am Sachsenplatz, kurz vor der angestrebten Elbquerung durch die Neonazis, wurde ein junger Antifaschist in mittelbarer Nähe seiner
    russischen Anarcho-Gefährten von einem Polizeipferd brutal zu Boden geritten. Die Albertbrücke war schließlich nur noch für Rechtsextremisten offen. Abgeschirmt und geleitet durch die Polizei erreichte der Demonstrationszug den Ort der Abschlusskundgebung am rechtsseitigen Elbufer. Dort begann MENZEL seine Ansprache mit dem Hinweis auf das vor einer Woche gegründete NATIONALE BÜNDNIS FÜR DRESDEN (ART Dresden berichtete) und prognostizierte diesbezüglich auch schon einen Erfolg bei den anstehenden Kommunalwahlen. Danach quoll er vor ausländerfeindlichen und rassistischen Ausfällen quasi über und musste daraufhin nach Auflage des Ordnungsamtes seine Rede
    abbrechen. Dieses wiederum wurde von KERN als "Diskriminierung und Rassenhass" seitens der staatlichen Behörden gewertet und gar noch als schmähliches "Deutsche gegen Deutsche" gedeutet, welches natürlich weitere Konsequenzen für die Stadt haben werde. WORCH lässt grüßen. Aus Gründen von MENZELs vorzeitiger 'Suspendierung' und des wohl von der Stadt Dresden im Vorfeld auflagenmäßig unklar behandelten Vorstrafenregisters von KERN sprach sodann dessen persönliches Ersatzsprachrohr weiter. Der über dem Platz kreisende Polizeihubschrauber verwehte allerdings einen Großteil der markigen Worte. Daraufhin forderte KERN die Einsatzleitung ultimativ auf, den Hubschrauber sofort abdrehen zu lassen. Und, kaum zu glauben, der Hubschrauber verschwand fast augenblicklich und wurde nicht mehr gehört. Nun störten sich die Neonazis nur noch an den ebenfalls am Elbufer eingetroffenen mittlerweile rund 400 Antifas. Der Abschlussredner hielt sich selbst und der BILD als "angesehene Zeitung" ein begeistertes Loblied, palaverte über seine Auffassungen von deutscher und internationaler Politik und über die Historie im besonderen. Schließlich gipfelte er im
    historischen Vergleich, 'die Schandmauer, der so genannte antifaschistische Schutzwall, sei das Schlimmste, was jemals auf deutschem Boden geschehen wäre'. HAGENDORF lehnte danach das ihm angebotene Wort ab, es sei alles gesagt. Somit wurde der Aufzug 14.45 Uhr mit "Wir kommen wieder!" offiziell für beendet erklärt.  Da rund 400 Antifas den ursprünglich vorgesehenen Heimweg der Neonazis
    blockierten folgten Verwirrung und Stillstand. Schließlich einigte man sich zwischen Rechtsextremisten und Behörden auf den schier unglaublich klingenden Abmarschweg an der Synagoge vorbei. Und so wurden die Neonazis von der Polizei direkt zur Dresdner Synagoge geleitet. Einigen Antifaschisten gelang es, den Nazi-Abmarsch in der Nähe der Synagoge nachhaltig zu stoppen. Gezwungenermaßen setzte daraufhin die Polizei fast den gesamten abmarschierenden Nazi-Pulk unmittelbar an der Synagogenmauer fest. Ein unsägliches Bild. Ein Bild, wie es wohl nur in Dresden möglich ist. Ein Bild für Dresden wie es ist, vom 13. Februar über den 1. Mai zum 8. Mai, jährlich, immer wieder, immer. Mehrere Nazis wurden vorort der Synagoge verhaftet und erkennungsdienstlich behandelt, HAGENDORF lieferte sich mehr als nur eine verbale Auseinandersetzung mit einem Einsatzleiter um den Weitermarsch. Dieser Abmarsch gestaltete sich dann unter völlig wirren Umständen. Eine offensichtlich orientierungslose Polizei trieb nunmehr die Nazis regelrecht, ständig von Antifa-Gruppen verfolgt, zum Hauptbahnhof und verfrachtete die Rechtsextremisten in die Züge. Und bei einem konzentrierteren Agieren durch Antifas, dies als freundlichkritische Anmerkung, wäre durchaus auch noch mehr konstruktives gegen den Neonazi-Umzug möglich gewesen, an diesem 1. Mai 2003 in Dresden.
    KEEP YOUR EYES OPEN! ART Dresden
     

  • 1.Mai in Halle und Merseburg
    von antifant - 02.05.2003
    http://www.germany.indymedia.org/2003/05/50435.shtml

    Bis zu 1200 Neonazis (Angaben von MDR.online) zogen am Vormittag des 1.Mai durch Halle / Saale. Darunter waren Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet.  Auch wenn zahlreiche Antifas in Halle waren konnte der Marsch nicht verhindert werden...
    Viele Fotos gibt's unter: http://www.angelfire.com/punk3/rg/fotos/mai2003/halle.html 
    Es gab eine größere Sitzblockade auf dem Uniring, diese wurde geräumt, führte aber dennoch zu einer 20minütigen Pause für den Aufmarsch, außerdem wurde die Route geändert. Vereinzelnd wurden Nazis von Eiern, Farbbeuteln und anderem getroffen. Auf dem letzten Teil der Route gab es eine Barrikade, als die Bullerei eintraf flogen kurze Zeit Steine.
    Ansonsten gibt's nicht viel zu sagen, die meisten BürgerInnen Halles sind zu Hause geblieben, oder haben auf einem der zahlreichen Volksfeste Bier und Bratwurst genossen...
    (Saufen, Fressen - 33 schon vergessen)
    Am Nachmittag ging's dann nach Merseburg, hier fand die 1.Mai Demo statt. Dieses Jahr unter dem Motto "Gegen Deutschen Arbeitswahn - Für ein selbstbestimmtes Leben". Bis zu 350 Menschen beteiligten sich hieran. Zu Zwischenfällen kam es dabei nicht, bis auf einige Suffkinazis, die am Rande standen.
    Viele Fotos gibt's unter:  http://www.angelfire.com/punk3/rg/fotos/mai2003/halle.html 
    www.maidemo.tk 
    www.erstermaihalle.tk 
     

  • 1. Mai in Oldenburg
    von Mr. Burns
    http://www.germany.indymedia.org/2003/05/50335.shtml

    Der DGB hatte bereits am frühen Morgen (10h) zu einer Demonstration "Für Reformen, gegen Sozialabbau" aufgerufen, zu der gut 200 Menschen kamen. Nachdem die Demo ihre Solidarität mit der gegen Sozialabbau protestierenden ALSO (Arbeitslosenselbsthilfeinitiative Oldenburg) bekundete (die haben derzeit ihre Zelte vorm Arbeitsamt aufgeschlagen), zog der Umzug dann in Richtung Marktplatz, wo die DGB-Kundgebung stattfand. Das Bündnis "Reiche streichen" hatte für 12h zur Demo unter dem Motto "Es muss mehr als das hier geben. Sonne, Freiheit, schönes Leben! Revolution now!" aufgerufen. Auch bei dieser Demo wurde vorm Arbeitsamt Solidarität mit der ALSO bekundet, danach gings wie immer 1x um die Innenstadt, begleitet von einem Großaufgebot der Bereitschaftsbullen. Genau wie letztes Jahr hatten diese irgendwie den Auftrag keine Demonstranten in die Innenstadt zu lassen. Am Kasinoplatz gab es dann eine schwarzbehelmte Straßensperre um zu verhindern, dass der Demozug über Markt- und Schlossplatz zieht. Nach einigen "Haut ab!"-rufen hauten die Bullen dann aber tatsächlich ab. So konnte die geplante Route zum Alhambra fortgesetzt werden, wo dann das traditionelle Straßenfest stattfand.
     

  • 1. Mai in Wuppertal: "Widerstand gegen Sozialkahlschlag und Krieg
    von G.
    http://www.germany.indymedia.org/2003/05/50332.shtml

    Wie jedes Jahr gab es in Wuppertal eine feine, (leider) kleine, revolutionäre 1. Mai Demo. Dieses Jahr war das Motto "Widerstand gegen Sozialkahlschlag und Krieg".  Die anarchistentypische Anreiseverspätung ersparte uns praktischerweise den ersten Regenschauer, der auf die Auftaktkundgebung niederging. Dort wurden dann erstmal ein paar Fascho-Provokateure vertrieben. Aus nächster Nähe mussten sie sich die gesammelten Antifa-Demoparolen der letzten 15 Jahre anhören. Ja, wir können ganz schön gemein sein! Nach dieser ersten Lockerungsübung konnte die Auftaktkundgebung beginnen. Ein älterer Genosse heizte der Menge mit einer klassenkämpferischen Rede vom Allerfeinsten gut ein. Die Menge war übrigens auch schon mal größer - Schätzungen lagen bei ungefähr 350 Leuten. Die Stimmung war trotzdem klasse. Ein buntes Publikum von golfkriegssozialisierten Schülern über Punks und Antifas bis zu Altlinken. Viele schwarz-rote Fahnen, jeweils einmal fahnlich vertreten auch PDS, SDAJ und UdSSR. Es wurde alles gerufen, was sich in den letzten Jahrzehnten so an Demo-Parolen angesammelt hat. Dazu auch ein paar neue Sachen: "Gegen die Arbeit! Gegen die Hetze! Gegen die Hartz-Gesetze!" Den kannte ich noch nicht. Der Name Wuppertal ist übrigens eine Lüge. Die Stadt liegt nicht im Tal. Die Warnschilder auf den Autobahnen "Bergisches Land" stehen da zu recht. Es ging die Wuppertaler Berge hoch und wieder herunter. Zwischenkundgebungen gab es an Orten des historischen und aktuellen Faschismus: Vor dem Laden eines ortsansässigen Faschos und an der Stelle wo 1933 ein Widerstandskämpfer von der SA ermordert wurde. Eine weitere Kundgebung widmete sich Sozialabbau und Arbeitszwang. Ein Sex-Shop und eine Zeitarbeitsfirma bekamen Farbbeutel ab, bei einer weiteren Zeitarbeitsfirma wurde das Schaufenster verschönert. Die Bullen stand blöd und meistens im Weg herum. Eine Reihe Bullen ist die ganze Demo über direkt vor dem Front-Transparent gelaufen, so dass man da kaum was von sehen (und fotografieren) konnte. Das Straßenfest nach der Demo konnte leider nicht wie geplant stattfinden, weil es dann doch zeitweise kräftiger geregnet hat. So gab es nur Kaffee und Kuchen, später im Autonomen Zentrum dann aber noch das versprochene Konzert und Volxküche.


Und anders wo:

  • Frankreich
    Für den 1. Mai rief der stärkste Gewerkschaftsverband CGT landesweit zu mehr als 200 Demonstrationen auf.
    Zu einer gemeinsamen Protestkundgebung riefen sämtliche Gewerkschaftsverbände in Marseille, Toulouse und Straßburg auf. In Paris riefen CGT, CFDT, UNSA und FSU zu einer Demonstration auf, die um 15.00 Uhr am Place de la Republique beginnt und zum Place de la Nation führt. Der Generalsekretär der FO, Marc Blondel, wird am Place de la Bastille eine Rede halten, bevor er mit seinen Anhängern die anderen Demonstranten erreicht. Die CFTC organisierte am Donnerstagvormittag eine Demonstration, die vom Bahnhof Montparnasse zu den Invaliden führt. Siehe auch: Rechts und links wird demonstriert - Ein 1. Mai im Zeichen des Schulstreiks.
  • Russland
    Mehrere hunderttausend Gewerkschafter und Kommunisten haben in Russland auf landesweiten Mai-Kundgebungen gerechte Löhne gefordert. "Niemand kann mit diesen Löhnen und Gehältern auskommen", sagte der Vorsitzende des Verbandes unabhängiger Gewerkschaften, Michail Schmakow, am Donnerstag vor etwa 25.000 Demonstranten in Moskau. Liberale Parteien forderten auf eigenen Kundgebungen den Rücktritt der Regierung. Auch an der Wolga, im Ural-Gebiet sowie in Sibirien versammelten sich die Menschen zu Mai-Kundgebungen.
  • Österreich
    Rund 7.000 Menschen beteiligten sich laut KPÖ-Aussendung am Donnerstag an der "Alternativen 1. Mai-Demonstration" über die Wiener Ringstraße, zu der die KPÖ, die Föderation der demokratischen Arbeitervereine, die Grün-Alternative Jugend Wien und andere Gruppen aufgerufen hatten.
    KPÖ-Vorsitzender Walter Baier kritisierte in seiner Rede vor dem Parlament die Korrekturen der Bundesregierung beim Pensionssicherungsgesetz als "reine Kosmetik. Die Regierung verfolgt offenbar das Ziel, den Sozialstaat endgültig zu zerschlagen und den ÖGB zum Briefmarkensammler-Verein ohne politisches Mitbestimmungsrecht zu degradieren." Die KPÖ und die Zivilgesellschaft werde daher "Seite an Seite mit den Gewerkschaften gegen den geplanten Pensionsraub und den sozialen Kahlschlag kämpfen", kündigte Baier an. Denn: Sichere, den Lebensstandard abdeckende Pensionen, eine zeitgemäße Krankenversorgung und die Abschaffung von Bildungsbarrieren seien finanzierbar, wenn über eine Wertschöpfungsabgabe und eine Vermögensbesteuerung Schritte zur Umverteilung zu Lasten des Kapitals eingeleitet würden. Baier forderte zudem politische Maßnahmen zur Überwindung geschlechtsspezifischer Benachteiligung und gleiche politische und soziale Rechte für alle in Österreich lebenden Menschen. Der KPÖ-Vorsitzende verwies auch auf die weltweite Bewegung gegen die neoliberale kapitalistische Globalisierung und den Krieg der US-Administration im Irak.
    Der traditionelle Maiaufmarsch der SPÖ in Wien wurde vom Protest gegen die Pensionsreform der schwarz-blauen Koalition dominiert. Je nach Zählung kamen 100.000 bis 120.000 Maimarschierer auf den Rathausplatz - manche mit Friedensfahnen, die meisten aber mit roten Fahnen oder Schildern wie "Stopp dem Pensionsraub". Manche zeigten ihren Protest drastischer, trugen etwa einen Sarg und Tafeln mit "Hackeln bis zur Verwesung".
  • Schweiz
    3.000 Menschen haben an der 1.Mai-Kundgebung in Bern für eine gerechtere und sozialere Welt demonstriert. Die Gewerkschaften riefen dazu auf, selbstbewusster zu kämpfen und die Gleichberechtigung der Frauen auch im Alltag umzusetzen.  Die Kundgebung mit rund 3.000 Teilnehmenden verlief ohne Zwischenfälle. Im Anschluss versammelten sich laut Stadtpolizei rund 150 Demonstranten vor den Gebäuden der RUAG. Die Polizei hinderte sie mit Wasserwerfern daran, das Gelände zu stürmen. Über Verletzte lagen vorerst keine Angaben vor. Die Aktion war am frühen Nachmittag noch im Gang, wie ein Polizeisprecher sagte.
    Rund 7.000 Menschen haben an der 1.-Mai-Kundgebung in Zürich für soziale Gerechtigkeit und Frieden demonstriert.
    Am Morgen besammelten sich die Teilnehmer der Kundgebung am Helvetiaplatz, von wo sich der farbige Demonstrationszug in Richtung Innenstadt bewegte. Die Kundgebung verlief friedlich.
    http://www.baz.ch: Bei Ausschreitungen am Rande der 1. Mai-Kundgebung in Basel sind zwei Personen verletzt worden. Autonome gerieten sich bei ihrem eigenen Zug zum Bahnhof mit Rechtsradikalen in die Haare. Es kam auch zu Sachbeschädigungen. Der «Revolutionäre Block» brach vom Kundgebungsort auf dem Marktplatz auf, bevor die letzte Rede auf der Gewerkschaftsbühne begonnen hatte. Zuvor waren die rund 100 teils Vermummten ohne Zwischenfälle mitgelaufen.  Zum Streit kam es dann in der Steinenvorstadt, wie ein Polizeisprecher auf Anfrage sagte. Die Rechten hätten vor einem Pub eine Friedensfahne von Autonomen angezündet. Davon hätten sich Ausländer provozieren lassen, und es sei zu einem Tumult gekommen. Dabei wurden die die Autonomen handgreiflich. Die Polizei musste eingreifen. Verletzt ins Spital gebracht werden mussten schliesslich ein Mann wegen einem Hundebiss sowie ein Polizist, der eine Bierflasche an den Kopf geschlagen bekam. Gemäss dem Polizeisprecher entfachten die Autonomen danach auf dem Weg zum Bahnhof noch ein Feuer auf dem Bankenplatz, und es kam zu Sprayereien.  Bereits am Rande des offiziellen Zuges vom Besammlungsort Claraplatz zum Marktplatz hatte die Polizei aufgrund eines Tipps die Personalien von rund 20 zumeist kahl geschorenen Personen aufgenommen. Nach Polizeiangaben konnte damit eine geplante Konfrontation mit 1. Mai-Teilnehmenden vermieden worden. 
    Ergänzender Bericht
    von smush, 01.05.2003 14:51
    http://switzerland.indymedia.org/de/2003/05/8445.shtml
    Es wurden 4 Leute verhaftet. 3 sind nach Angaben der Polizei wieder frei. Einer wird möglicherweise abgeschoben.  Die Verhafteten wurden in den Kastenwagen massiv von der Polizei zusammengeschlagen. Blutverschmiert kamen sie wieder hinaus. Zu diesem Zeitpunkt war ein Teil des Basler Revolutionären Blocks bereits auf dem Weg nach Zürich. Durch Blockaden auf dem Barfi und vor der Staatsanwaltschaft versuchten die Übriggebliebenen die Gefangenen frei zu bekommen. Die Polizei schützt die Nazis in Basel. Es war dies heute eine weitere Aktion der Polizei gegen linke Demonstrantinnen und Demonstranten (an einem Antifa Spaziergang vor wenigen Wochen wurden Leute von der Polizei eingekesselt und sind alle wegen Landfriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeladen. Damals setzte die Polizei massiv Gummigeschosse ein). Der Kampf in Basel geht weiter.
    Einen Monat vor dem G-8-Gipfel haben am Donnerstag in Evian (F) nach Angaben der Veranstalter 2000, nach Angaben der Polizei 1000 Personen dagegen protestiert. Die Kundgebung fand im Rahmen der 1. Mai-Feier statt. Rund 50 Gewerkschafter aus dem Kanton Waadt nahmen an der Demonstration teil. Auch einige Genfer, darunter der Abgeordnete Pierre Vanek von der Alliance de gauche, waren dabei. Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle. Die Polizeipräsenz war sehr diskret. Die 1.-Mai-Feier Hochsavoyens findet traditionellerweise in Annecy statt. Wegen des bevorstehenden G-8-Gipfels wurde sie in das Städtchen am Genfersee verlegt.
    Zürich - 88 Festnahmen und Sachschäden von gegen 200.000 Franken: Dies ist die vorläufige Bilanz der unbewilligten Demonstration nach der 1.-Mai-Kundgebung in Zürich. Am Abend des 1. Mai wurden in einem zentralen Bezirk der Stadt Fassaden und Fester einer Nobelboutique, eines Restaurants, einer Warenhauskette und einer Bank beschädigt. Die Polizei rechnete mit weiteren Schadensmeldungen, vor allem von Besitzern demolierter Fahrzeuge. 11 der 88 Festgenommenen waren Frauen. Verhaftet wurden 69 Schweizer, 4 Italiener, 3 Deutsche, 7 Personen aus Balkanstaaten, 2 Türken und 3 aus dem restlichen Europa, hieß es weiter von Polizeiseite. Vorgeworfen werden ihnen Straftatbestände wie Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration, Landfriedensbruch, Gewalt und Drohung gegen Beamte, verbotenes Waffentragen oder Verstoss gegen das Aufenthalts- und Niederlassungsgesetz. Drei Stadtpolizisten wurden verletzt. 79 Personen wurden nach der Befragung entlassen. Neben 33 Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, 43 so genannten jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahre) und 7 über 25-Jährigen wurden auch 5 Kinder unter 15 Jahren verhaftet. Dennoch stellte die Polizei fest: Insgesamt war die Nachdemonstration weniger gewalttätig als in anderen Jahren. Vor einem Jahr waren 213 Personen festgenommen worden.
  • Spanien
    Bei der zentralen Kundgebung zum Maifeiertag ist am Donnerstag in Madrid der Vorsitzende des Gewerkschaftsverbandes CCOO, Jose Maria Fidalgo, von einem Demonstranten mit einem Knüppel am Kopf verletzt worden.
    Die Wunde musste im Krankenhaus genäht werden. Die Krawalle waren von den entlassenen Mitarbeitern eines bankrotten Telekom-Unternehmens ausgelöst worden. Die ansonsten friedlich verlaufende Kundgebung mit Tausenden Teilnehmern wurde vorzeitig abgebrochen. Die Entlassenen werfen den großen Gewerkschaften vor, sie nicht ausreichend unterstützt zu haben. Die Kundgebungen zum Maifeiertag standen in Spanien in diesem Jahr im Zeichen des Irak-Krieges. Die Teilnehmer forderten Frieden und kritisierten die Unterstützung der Militärintervention seitens der spanischen Regierung.
  • Zypern
    Neun Tage nach der überraschenden Öffnung der Grenze zwischen dem türkischen und dem griechischen Teil Zyperns haben am Donnerstag rund 4.500 Gewerkschaftsmitglieder aus beiden Volksgruppen erstmals seit Jahrzehnten gemeinsam den 1. Mai gefeiert.
    Wie das zypriotische Fernsehen weiter berichtete, riefen Sprecher der beiden Gewerkschafts-Dachverbände alle Politiker auf, sich für eine Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel einzusetzen, damit ein vereinigtes Zyperns der EU zum 1. Mai 2004 beitreten könne.
    Nach Angaben der Gewerkschaften hatten griechische und türkische Zyprioten seit 1958 den 1. Mai nicht mehr zusammen gefeiert. "Es ist ein historischer Tag. Nach 45 Jahren kommen türkisch- und griechisch-zypriotische Arbeiter zusammen, um den 1. Mai zu feiern", sagte der Präsident des griechisch-zypriotischen Gewerkschaftsbundes im Fernsehen. "Lasst uns alle gemeinsam das vollenden, was wir 1958 begonnen hatten. Um unsere Heimat wieder zu vereinigen und gemeinsam für Frieden und Wohlstand zu arbeiten", sagte ein türkisch-zypriotischer Gewerkschafter im Fernsehen. Die gemeinsamen Veranstaltungen der Gewerkschaften waren nach 1958 wegen zahlreicher ethnischer Unruhen aufgegeben worden.
  • Kuba
    Kuba hat die USA vor einem Angriff auf die sozialistische Insel gewarnt.
    Nach den Worten seines Staats- und Parteichefs Fidel Castro wolle Kuba lieber «von der Erdoberfläche verschwinden», als auf die Vollendung der Revolution zu verzichten. Es handele sich um ein «nobles und großzügiges Werk», sagte der Revolutionsführer in einer Rede zum 1. Mai vor rund einer Million Menschen. Ihn begleite die tiefste Überzeugung, dass Ideen mehr bewirken können als Waffen, so Castro.
  • Venezuela
    Bei einer Demonstration gegen den linksnationalistischen Präsidenten Hugo Chávez in Venezuela ist in Caracas ein Demonstrant erschossen worden. Am Rande einer Protestkundgebung im Zentrum der venezolanischen Hauptstadt zum 1. Mai seien Schüsse noch unbekannter Herkunft gefallen, berichtete der Fernsehsender Globovisión am Donnerstag. Inmitten der entstandenen Konfusion sei der Täter geflohen, sagte der oppositionelle Stadtteil-Bürgermeister Leopoldo López dem Sender.
  • Griechenland
    7.000 Athener nutzten den 1. Mai, um nochmals gegen den von den USA geführten Golfkrieg zu demonstrieren.
    Der Protestzug in Athen hatte die US-Botschaft zum Ziel, wo amerikanische Flaggen verbrannt und antiamerikanische Slogans skandiert wurden. Ein großes Polizeiaufgebot musste amerikanische Einrichtungen schützen, Zusammenstöße wurde nicht gemeldet.
  • Bulgarien
    5.000 Bulgaren folgten dem Aufruf der Sozialistischen Partei und warfen in Sofia der Regierung Unfähigkeit vor, den Lebensstandard anzuheben.
    Die zumeist älteren Demonstranten schwangen in der Hauptstadt rote Fahnen und riefen «Zurücktreten! Zurücktreten!».
  • Ukraine
    In der ukrainischen Hauptstadt Kiew prägten uniformierte Kriegsveteranen, jugendliche kommunistische Pioniere mit roten Mützen und Rentner mit Porträts von Lenin und Stalin das Bild.
    Tausende beteiligten sich an vielen friedlichen Demonstrationen im ganzen Land.
  • Simbabwe
    Tausende Arbeiter gingen auch in Simbabwe auf die Straßen. Die Gewerkschaften warfen der Regierung vor, Bus- und Taxifahrer unter Druck gesetzt zu haben, um die Demonstranten nicht zu den Kundgebungen zu befördern.
  • Sri Lanka
    Bei den 1.-Mai-Kundgebungen in Sri Lanka wurden vor allem höhere Löhne und bessere Arbeitsschutzgesetze gefordert.
    Der Monatslohn eines Durchschnittsarbeiters liegt in Sri Lanka bei 80 Euro.
  • Türkei
    60.000 Menschen nahmen im Istanbuler Stadtteil Caglayan an der Kundgebung im Abide-i Hürriyet Platz teil.
    Zum Kundgebungsplatz marschierten zehntausende Menschen von der Richtung Perpa/Istanbul und Sisli/Istanbul, indem sie mit ihren Parolen gegen die US-Besatzung, gegen Isolationshaft und gegen Privatisierungen protestierten. Die Kundgebung, die laut Ankündigung um 13.30 Uhr beginnen sollte, begann durch die Vorsitzenden der Konföderationen eine Stunde früher. An
    der Kundgebung nahmen zahlreiche Parteien, Gewerkschaften und demokratische Organisationen der Bevölkerung teil. Hinter dem Transparent der „Haklar ve Özgürlükler Cephesi“(Front für Rechte und
    Freiheiten) marschierten ca. 15.000 Menschen. An ihren Transparenten und an ihren Kragen trugen sie schwarze Bänder, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen, denn am Tag zuvor hatte es ein Erdbeben in Bingöl, einer Stadt im Südosten der Türkei gegeben. Eine Gruppe, die in Taksim/Istanbul eine Presseerklärung verlesen wollte, wurde durch die Einsatzkräfte daran gehindert. Bei der Demonstration wurden 30 Menschen in Gewahrsam genommen, mehrere Demonstranten und Journalisten, die Berichte erstatten wollten, wurden verletzt.

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