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Maifestspiele 2002 - Kurznachrichten vom Tage (1.5.2002) 

Die nachfolgenden Berichte wurden zwischen 18.00 Uhr am 1.5. und 8.00 Uhr am 2.5.2002 erstellt.

An rund 500 DGB-Veranstaltungen
zum 1.Mai nahmen eine halbe Million Menschen Teil.

  • 1. Mai Newsticker aus Berlin: Noch vor dem Eintreffen der revolutionären Mai-Demo mit 10.000 TeilnehmerInnen in SO 36, die um 18 Uhr am Rosa-Luxemburg begann, kam es gegen 19.30 am Mariannenplatz zu ersten Auseinandersetzungen.  Die Revolutionäre 1. Mai-Demo, die um 19.30 losgelaufen war, musste am Michaelkirchplatz gegen 21.00 Uhr in einem Kessel beendet  werden (Augenzeugenbericht), weil angeblich Autonome Steine und Feuerwerkskörper geworfen haben sollten. Dies führte zur weiträumigen polizeilichen Absperrung von SO 36. Des weiteren umstellte gegen 19:50 Uhr die Polizei mit ca. 20 Mannschaftswagen den Mariannenplatz. Augenzeugen berichteten der Presse, die Randale habe begonnen, als Autonome auf dem Fest begannen, ein Feuer aus Baumstämmen und anderen Materialien anzuzünden. Als die Polizei die "Randalierer" in Gewahrsam nehmen wollte, seien die Beamten angegriffen worden. Dies geschah zu einem Zeitpunkt als die revolutionäre 1.Mai-Demo gerade in Berlin-Mitte losgelaufen war. Der Plus-Markt am O-Platz, der in der vorangegangenen Nacht geplündert worden war, wurde in etwa zur gleichen Zeit erneut aufgebrochen und geplündert.
    ca. 19.15

Gegen 22 Uhr war in SO 36 noch keine Beruhigung eingetreten. Der Schwerpunkt der Riots lag zu diesem Zeitpunkt im Bereich Waldemar- und Naunynstraße. Gegen MItternacht sorgt der einsetzende Regen für eine Beendigung der Kreuzberger Maifestspiele.
ca.23.15

In Berlin waren insgesamt 7000 Polizisten im Einsatz.

Und so berichtete die Polizei:

http://www.berlin.de/home/Land/Polizei/Presse/archiv/05098/index.shtm

kanalB filmte sämtliche Demos, die am 1. Mai in Berlin stattfanden und stellte sie unter http://kanalB.de/spezial-1mai2002/ ins Netz.


  • Berlin - DGB: Mehrere tausend Teilnehmer hatten sich am Platz des 18. März eingefunden und gegen 10.00 Uhr auf den Weg gemacht. Die Route führte über die Ebertstraße, den Leipziger Platz, die Leipziger Straße, die Gertraudenstraße, den Mühlendamm, den Molkenmarkt und die Spandauer Straße zum Berliner Rathaus.
  • Berlin - NPD: Gegen 12 Uhr setzte sich die NPD-DEmo von der Falkenberger Chaussee Ecke Egon-Erwin-Kisch-Straße nahe des S-Bahnhofes Hohenschönhausen mit ca. 700 Teilnehmern in Bewegung, um sich über die Falkenberger Chaussee, Prendener Straße, Dorfstraße, Ernst Barlach Straße und Egon Erwin Kisch Straße in einem Rundkurs wieder zum S-Bahnhof Höhenschönhausen zu begeben.  Bereits vor beginn hatten sich 500 AntifaschistInnen eingefunden, die gegen den Aufzug der NPD protestierten. Sie versuchten kurzzeitig zu den NPD-Anhängern zu gelangen, wurden jedoch von starken Polizeikräften daran gehindert. Später versuchten rund 100 AntifaschistInnen die Fahrbahn der Prendener Straße zu blockieren, um eine Fortsetzung der NPD-Demo zu verhindern. Die Polizei löste die Blockade auf. Anschließend zogen die Faschisten zum S-Bahnhof Hohenschönhausen, wo sie ihre Abschlusskundgebung durchführten, die bis ca. 15.15 Uhr andauerte.
  • Berlin - O-Platz-Demo 13.00 Uhr:  An der Anfangskundgebung der RIM, Hauptorganisator der Demo, nahmen etwas 500 Leute teil. Der Demonstrationszug setzte sich mit rund 1.000 Leuten gegen 15 Uhr nach einer Auftaktkundgebung am Oranienplatz in Bewegung. In einem Rundkurs über Oranien-, Manteuffel-, Ohlauer, Reuter-, Pflüger-, Glogauer und Wiener Straße ging der Aufzug bis zum Görlitzer Bahnhof.  Dort schlossen sich die meisten Teilnehmer der zweiten Demo an.
  • Berlin - Bolle-Demo 16.00 Uhr:  Diese Demo startete um 16.45 Uhrmit rund 1.000 TeilnehmerInnen und schwoll auf 4.000 an. Am Rande der Demo standen  viele Schaulustige, die von den vielen Mao- oder Hammer&Sichel-Fahnen ein wenig befremdet waren. Die Strecke führte durch die Oranienstraße, dann entgegengesetzt durch die Naunynstraße, danach über Manteuffel-, Reichenberger, Mariannen-, Kottbusser und Adalbertstraße zum Heinrichplatz.
  • Neumünster: Dort demonstrierten heute ca. 30 Menschen im Linksradikalen Block der 1. Mai-Demo des DGBs, zu dem die Autonome Linke Neumünster aufgerufen hatte.  Das Motto des Blockes war: Kapitalismus läßt sich nicht gerecht gestalten, Kapitalismus abschaffen! Gleichzeitig wurde Kritik am DGB und deren unpolitischen Maiveranstaltungen geübt. Erfreulich war, dass dies der lauteste und bunteste Block war, der auch als einziger, neben ein paar DKPlern, Flugis verteilte.
  • München: Mehrer tausend GewerkschafterInnen nahmen an der DGB-Demo teil. Die Linke war stark vertreten. Am Marienplatz gab es einen massiven Polizeizugriff auf kurdische KollegInnen.
  • Oldenburg: Auch dieses Jahr gab es wieder eine  unabhängige Demo mit 200 Leuten. Es handelte sich um ein Bündnis von Jusos bis Antifa.
  • Bielefeld:  Auf der 1.-Mai-Demo des DGB in Bielefeld mit 1.000 TeilnehmerInne gab es einen Bündnis-Block unter dem Motto "Eine andere Welt ist nötig - gemeinsam gegen Neoliberalismus und Krieg!". Vielleicht 50-100 Leute waren dabei. Aufgerufen hatte ein Bündnis aus Antifa, Attac, Innenstadtaktion, Naturfreundejugend, einer Arbeitslosengruppe, antirassistischen und internationalistischen Gruppen. Außerdem gab es neben dem Bündnis-Block noch die Antinationalen und das Bahamas-Spektrum. Die Antinationalen wurden abgedrängt und mussten mit größerem Abstand hinter der Demo hergelaufen.
  • Münster: In Münster sind über 350 Menschen gegen Kapitalismus und für eine bessere Zukunft auf die Straße gegangen. In mehreren Redebeiträgen wurde ein radikale Kritik an den herrschenden Verhältnissen geübt. Bei strahlendem Sonnenschein endete die Demonstration mit VoKü und Open-Air an der Baracke am Aa-See.
  • Dresden: Dort haben heute ca. 300 Nazis demonstriert. Aufgrund von aktiven AntifaschistInnen ist es ihnen jedoch nicht möglich gewesen, ihre geplante Route und Zeitraum einzuhalten. Die Polizei ließ die Abschlußkundgebung nach nicht mal der Hälfte der Demo abhalten und löste dann die Demo auf. Größere Zwischenfälle gab es von Seiten der Polizei nicht. Jedoch heute früh ( gegen 6 Uhr) gab es erste Zusammenstöße zwischen Antifas und Nazis. Dabei wurden letztere herzlich in Dresden am HBf begrüßt und mit reichlich Steinen und sonstigen Flugkörpern eingedeckt. Dank des guten Informationsflusses des AntifaRechercheTeams Dresden konnte mensch sich eine günstige Position auswählen und auf Faschos warten.
  • Osnabrück: Während auf der 1.Mai-Kundgebung des DGB ein Gewerkschaft der Polizei-Redner über Innere Sicherheit schwadronierte, besetzte eine Gruppe von Leuten ein altes Nebengebäude des Grünflächenamtes in der Kokschenstraße im Stadtteil Wüste.  Mit den Parolen "Autonomen Widerstand sichtbar machen, radikal & unberechenbar!!" und "Zusammen Kämpfen - Für eine Handvoll Räume", wird zur Unterstützung der Besetzung aufgerufen.
  • Frankfurt/Main: Vor der geplanten Neonazi-Kundgebung in Frankfurt kam es am Morgen zu ersten Blockaden linker Gegendemonstranten. Unbekannte legten brennende Autoreifen auf die Autobahn 661 zwischen Offenbach und dem Taunusring. Auch im östlichen Stadtteil Fechenheim, in dem ab 09.00 Uhr bis zu 1.500 Rechtsextremisten demonstrieren wollen, versuchten Demonstranten, eine Bundesstraße zu blockieren. An diversen Blockaden der Aufmarschroute und Protesten vor Ort beteiligen sich insgesamt über 4000-5000 Gegendemonstranten. Durch diese massive Präsens konnte der Aufmarsch der Nazis verhindert werden. Ein Demonstrationszug mit 2000 Teilnehmern zog, nachdem die Nazis die Stadt wieder verlassen hatten, von einem Blockadepunkt zur einer Abschlusskundgebung in der Innenstadt. Bis um 12 Uhr kam es vereinzelt zu Ausschreitungen der Polizei gegen Demonstranten von denen zwei wegen Platzwunden ärztlich behandelt werden mussten. Mindestens 23 Personen wurden nach Angaben des Ermittlungsausschusses in Gewahrsam oder festgenommen, 12 davon sind bereits wieder auf freiem Fuß.
  • Göttingen: Etwa 200 Nazis, in erster linie NPD, aber auch die Kameradschaft Northeim mit Thorsten Heise an der Spitze konnten heute um den Göttinger Schützenplatz demonstrieren. Um das zu erreichen, waren etwa 2800 Polizisten im Einsatz, die versuchten das Stadtgebiet westlich der Bahngleise komplett abzuriegeln. An verschiedenen Blockadepunkten kam es vor dem Aufmarsch der Nazis zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. 2000 nahmen an der der Bündnisdemo gegen den Nazi-Aufmarsch (bunt statt braun) teil. Etwa 500 Antifas blockierten zwischendurch das Groner Tor. Des weiteren kam es zu Auseinandersetzungen mit Faschos am Bahnhof.
  • Tübingen: Zur 1. Mai-Demo des DGB rief in diesem Jahr auch das im Februar gegründete social forum Tübingen/Reutlingen bzw. die darin vernetzten Gruppen und Einzelpersonen auf. Nach vorläufigen Schätzungen waren über 1000 Leute dabei (so viele wie schon ewig nicht mehr), die Demo war bunt, mit Samba-Trommel-Gruppe vorne, kleinem Soundsystem hinten, dazwischen viele unterschiedliche Transparente (von "Arbeit ist Menschenrecht" bis hin zu antikapitalistischen Sprüchen) und einem schwarzen Block. Höhepunkt der Kundgebung war (nach Reden verschiedener GewerkschaftlerInnen/Leuten aus Betrieben und von der Basis, deren Bedeutung hiermit nicht abgewertet werden soll) die Rede des Vertreters des social forums: Sehr kämpferisch, die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Gruppen und die notwendige Akzeptanz für die Vielfalt der Ansätze und Praktiken betonend. Solidarische Grüße gingen (mit breitem Applaus!) auch an die TübingerInnen, die in andere Städte gefahren waren, um zu helfen, die dortigen Naziaufmärsche zu verhindern. An der Demo nahmen außerdem auch Leute aus Frankreich teil, um gegen Le Pen zu demonstrieren.
  • Mannheim und Ludwigshafen: Die NPD Rheinland Pfalz hat für den 1.Mai 2002 drei Demonstrationen/Kundgebungen im Rhein Neckar Raum geplant.  Zwischen 11 und 12 Uhr trafen sich ca. 200 Nazis am BHF Ludwigshafen. Der Bahnhofsvorplatz sowie der Hinterausgang wurde von mehreren hundert antifaschistischen DemonstrantInnen blockiert. Gegen 13 Uhr fuhren die Nazis in einem Zug der DB in den Ludwigshafener Stadtteil Mundenheim und konnten unter massivem Polizeischutz demonstrieren. Trotzdem kam es zu zahlreichen Stör- und Protestaktionen. Gegen 15 Uhr fuhren die Nazis erneut mit der DB Richtung Seckenheim, um dort eine angemeldete Demonstration durchzuführen. 400 Antifas und GewerkschafterInnen blockierten dort einen Platz auf der Naziroute. Dann kam es zu Übergriffen von PolizistInnen auf AntifaschistInnen. Mehre dutzend Leute wurden in Gewahrsam genommen.
  • Saarbrücken: Heute um 11.30 fand eine Kundgebung gegen Le Pen vor dem Französischen Konsulat statt. An der Kundgebung nahmen zwischen 80 und 100 Leute teil. Die Aktion wurde von 2 französischen StudentInnen organisiert, die am Uni-Saarland studieren.

Und anders wo:

  • In Italien demonstrierten anlässlich des 1.Mai mehrere 100.000 gegen die bestendende Welt"ordnung", Polizeigewalt, Krieg usw. In Milano, Turin, Rom und Bologna waren es jeweils zwischen 100.000 und 200.000. In anderen Städten waren es ebenfalls mehrere 10.000. In Neapel, wo es gerade diesen Skandal um die Verhaftung von Polizei-Schlägern riesigen Wirbel gibt (das Thema ist in Italien dick in den Medien) waren es 30.000, die die Sache thematisierten.
  • Nach Angaben von AktivistInnen der kolumbianischen "Kampagne gegen Straflosigkeit - Kolumbien verlangt Gerechtigkeit" - einem Bündnis von mehr als 100 Gewerkschaften und anderen sozialen Organisationen - haben am gestrigen 1. Mai zwischen 700.000 und einer Million Menschen in Bogotá gegen die neoliberale Sparpolitik der Regierung Pastrana demonstriert.
  • Am 1. Mai demonstrierten etwa 300 Linke in San Francisco um den "MayDay" als internationalen Arbeitertag zu feiern, zum Gedenken an "Haymarket Martyrs" und als Protest gegen die Behandlung von Einwanderer durch Fienstein und dem INS
  • In Griechenland hatten die Gewerkschaften zum Generalstreik aufgerufen, nachdem die Regierung den gesetzlichen Feiertag wegen des bevorstehenden Osterfestes auf den 7. Mai verlegt hatte. Vier Demonstrationszüge mit mehr als 6.000 Teilnehmern sorgten in Athen für ein Verkehrschaos. Dabei wurde auch Unterstützung für die Palästinenser bekundet.
  • In Madrid drohten rund 50.000 Gewerkschafter mit einem Generalstreik, falls die geplante Reform der Arbeitslosenhilfe nicht zurückgenommen wird.
  • In London marschierten rund 7.000 Demonstranten zum Trafalgar Square und blockierten dabei belebte Kreuzungen. Auf dem Platz wurde eine Puppe verbrannt, die US-Präsident George W. Bush darstellen sollte.
  • Zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam es auch in Malaysia. In der Hauptstadt Kuala Lumpur wurden 17 Teilnehmer einer Demonstration von Plantagenarbeitern festgenommen, die mehr Lohn forderten.
  • In Manila ging die Polizei gegen Tausende Demonstranten vor. Angeblich waren Terrordrohungen eingegangen, die womöglich auch der philippinischen Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo galten.
  • Mehrere Millionen Brasilianer haben am 1. Mai im ganzen Land für höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten demonstriert. An der größten derartigen Veranstaltung nahmen in Sao Paulo 1,5 Millionen Menschen teil. Mit einer Verkürzung der Arbeitszeit von derzeit durchschnittlich 44 auf 40 Stunden könnten 1,7 Millionen neue Stellen geschaffen werden, erklärten Gewerkschaftsvertreter. Bei der Kundgebung traten auch Unterhaltungskünstler wie die populäre Sängerin Ivete Sangalo und die Rockgruppe Titans auf.
  • In Belgrad haben heute etwa 5.000 Menschen gegen die neoliberale Wirtschaftspolitik der Regierung demonstriert. Zur 1. Mai Demo hatte die Gewerkschaft Nezaviznost (Unabhängigkeit) aufgerufen. Es kamen hauptsächlich ArbeiterInnen aus Belgrader Grossbetrieben und GewerkschafterInnen aus anderen Städten Serbiens.  Auf der Demo bildete sich ein kleiner linksradikaler Block aus Anarchosynikalisten, anti-nationalistischen Kommunisten der Partija Rada (Arbeiterpartei) und anderen Linksradikalen, die keiner Gruppe angehören. Der Block wurde durch Leute aus Timisoara (Rumänien) und Skopje (Mazedonien) verstärkt, die zum 1. Mai nach Belgrad gekommen waren.
  • Allein in der französischen Hauptstadt Paris haben am 1. Mai mindestens 400000 Menschen gegen den rechtsextremen Präsidentschaftskandidaten Jean-Marie Le Pen demonstriert. Dies gab das Pariser Innenministerium bekannt. Damit sind insgesamt nahezu eineinhalb Millionen Menschen in ganz Frankreich gegen Le Pen auf die Straße gegangen.
  • In Russland haben Gewerkschaften und Kommunisten auf getrennten Mai-Kundgebungen in Moskau und anderen Städten des Landes eine bessere Sozialpolitik gefordert. Allein in der Hauptstadt versammelten sich nach Polizeischätzungen insgesamt mehr als 150000 Menschen in der Nähe des Kremls. Die aus mehreren Stadtteilen kommenden Marschkolonnen der Gewerkschaften zogen zum ersten Mal seit dem Ende der Sowjetunion vor über zehn Jahren wieder über den Roten Platz.
  • Wie schon in den Vorjahren ist es im Anschluss an die Feiern zum 1. Mai in Zürich zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. An der Nachdemonstration des «Revolutionären Aufbaus» hatten sich ein paar hundert Personen beteiligt. Mit einem massiven Aufgebot hatte die Polizei den Hauptbahnhof abgeriegelt und verhindert, dass die jugendlichen Demonstranten in die Innenstadt, insbesondere die Bahnhofstrasse gelangen konnten. Aus diesem Grund verlagerte sich die unbewilligte Demo in Richtung Kreis 4. Ursprünglich wollten die Demonstranten zur schweizerisch-amerikanischen Handelskammer ziehen. Rund 100 Personen hat die Polizei in Zürich bei unbewilligten Demonstrationen zum 1. Mai festgenommen.  Die Beamten setzten Tränengas, Wasserwerfer und Gummigeschosse ein, nachdem einige Dutzend Jugendliche mit Steinen gewehrt und Container in Brand gesetzt hatten. Die offizielle Demonstration durch die Zürcher Innenstadt war zuvor ohne Zwischenfälle verlaufen.
  • In Tschechien ist es bei Mai-Kundgebungen zu Ausschreitungen gekommen. In der mährischen Stadt Brno verhinderte ein Großaufgebot der Bereitschaftspolizei eine Straßenschlacht zwischen Skinheads und Linksextremisten. Dabei gerieten die Beamten zwischen die Fronten und wurden mit Pflastersteinen und «Molotow- Cocktails» beworfen. Angaben über Verletzte lagen zunächst nicht vor. Am Rande einer angemeldeten Demonstration in Prag nahm die Polizei mindestens einen linken Aktivisten und zwei Rechtsextreme fest.
  • In Japan haben am Mittwoch nach Angaben der Veranstalter rund 670.000 Menschen bei landesweiten Mai-Kundgebungen für eine Verbesserung der angespannten Arbeitsmarktlage demonstriert. Führende Gewerkschaftsvertreter protestierten gegen Gehaltskürzungen und Entlassungen.
  • Die australische Polizei hat nach Zusammenstößen mit Teilnehmern einer Mai-Kundgebung in Sydney Dutzende von Demonstranten festgenommen. Bei den Übergriffen seien mindestens fünf Sicherheitskräfte und vier Prostestierende verletzt worden, berichteten australische Medien. Den Angaben zufolge war in der Hafenmetropole berittene Polizei gegen rund 500 Demonstranten vorgegangen. Behörden und Organisatoren der Kundgebung beschuldigten sich gegenseitig, die Zusammenstöße ausgelöst zu haben.
  • In Singapur wurden zwei prominente Oppositionspolitiker unter dem Vorwurf verhaftet, eine nicht genehmigte Demonstration veranstalten zu wollen.

Und davor

  • In Berlin in Kreuzberg (O-Platz)  und Prenzlauer Berg (Mauerpark) gab es in der Nacht zum 1. Mai schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dabei wurde eine Frau lebensgefährlich verletzt. (Die bei den Ausschreitungen in der Walpurgisnacht am Berliner Mauerpark schwer verletzte junge Frau ist außer Lebensgefahr - 1.5., 21.00) In Kreuzberg hatten etwa 200 Menschen nach Ende eines Konzertes auf dem Oranienplatz einen Supermarkt gestürmt. Als Polizisten gegen die Plünderer vorgingen, seien sie massiv mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden. Die Lage habe sich jedoch schnell wieder beruhigt, sagte eine Polizeisprecherin. Ein "Bündnis für einen politischen und polizeifreien 1. Mai" hatte am Abend auf dem Platz ein Konzert veranstaltet. Die meisten der 5000 Besucher der Veranstaltung, bei der unter anderem die Hip-Hop-Band "Fettes Brot" auftreten sollte, hatten den Platz  bereits vor Beginn der Plünderung verlassen. Die Polizei bezeichnete die Zusammenstöße im Bezirk Prenzlauer Berg als die schwersten seit 1998. Eine Gruppe von rund 500 Angehörigen der linken autonomen Szene habe auf der Eberswalder Straße ein großes Feuer entzündet. Als die Feuerwehr den Brand löschen wollte, wurde sie mit Flaschen, Steinen und anderen Wurfgeschossen empfangen. Die Polizei sei daraufhin mit zwei Wasserwerfern und einer Hundertschaft von Beamten gegen die Randalierer vorgegangen. Es habe 45 Minuten gedauert, bis der Brand gelöscht und die Straße geräumt gewesen sei. Das verbreitet die Polizei >>> / Das berichtet Indymedia >>>.
  • Auch im Hamburger Schanzenviertel ist es ebenfalls in der Nacht zum 1. Mai zu Riots gekommen. Demonstranten hatten Barrikaden errichtet und angezündet. Außerdem wurden Beamte mit Steinen beworfen. Insgesamt waren rund 500 Menschen in nicht genehmigten Zügen durch den Stadtteil gezogen. Mehr...
  • Am Abend des 30.04 kam es auf einer "Tanz in den Mai Party" am Ehrenmal in Gelsenkirchen zu einer länger anhaltenden Auseinandersetzung zwischen einigen Antifas und ca.10-20 Nazi-Hools. Die Nazis griffen mit Krücken, Steinen und Flaschen an und bekamen auch direkt einige Antworten darauf. Die Nazis machten danach noch ca.20-30 min. die Gegend am Ehrenmal unsicher und schlugen auf einzelne Personen und Frauen bzw. Mädchen ein.

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