Mao Werke


Mao Tse-tung:

FORT MIT DEN ILLUSIONEN, BEREIT ZUM KAMPF!*

 

(14. August 1949)

 

* Der vorliegende Artikel sowie die vier folgenden "Lebwohl Leighton Stuart!", "Warum muß man das Weißbuch diskutieren?", ",Freundschaft` oder Aggression?" und "Der Bankrott der idealistischen Geschichtsauffassung" - waren Kommentare des Genossen Mao Tse-tung für die Hsinhua-Nachrichtenagentur zum Weißbuch des amerikanischen Außenministeriums und zum Begleitschreiben Dean Achesons. Sie entlarvten den imperialistischen Charakter der China-Politik der USA, kritisierten die Illusionen über den amerikanischen Imperialismus, die ein Teil der bürgerlichen Intellektuellen in China hegte, und brachten eine theoretische Erklärung der Ursachen des Entstehens und des Sieges der chinesischen Revolution.

Es ist kein Zufall, daß gerade jetzt das Weißbuch des amerikanischen Außenministeriums über die Beziehungen zwischen China und den USA und das Begleitschreiben des Außenministers Acheson an Präsident Truman1 veröffentlicht wurden. Die Veröffentlichung dieser Dokumente spiegelt den Sieg des chinesischen Volkes und die Niederlage des Imperialismus, den Niedergang des gesamten imperialistischen Weltsystems wider. Innerhalb des imperialistischen Systems herrschen vielfältige, unüberwindliche Widersprüche, was die Imperialisten in tiefste Betrübnis gestürzt hat.

Der Imperialismus selbst hat die Voraussetzungen für seinen Untergang geschaffen. Sie sind das Erwachen der breiten Volksmassen in den Kolonien und Halbkolonien sowie in den imperialistischen Ländern selbst. Der Imperialismus hat die breiten Volksmassen in der ganzen Welt in die historische Epoche des großen Kampfes zur Vernichtung des Imperialismus hineingetrieben.

Der Imperialismus hat sowohl die materiellen als auch die moralischen Voraussetzungen für den Kampf dieser Volksmassen geschaffen. Zu den materiellen Voraussetzungen gehören Fabriken, Eisenbahnen, Gewehre, Kanonen usw. Der größte Teil der machtvollen Ausrüstung der Chinesischen Volksbefreiungsarmee kam vom USA-Imperialismus, ein Teil vom japanischen Imperialismus und ein anderer aus eigener Produktion.

Der britischen Aggression gegen China im Jahr 1840 folgten nacheinander Aggressionskriege gegen China seitens der vereinten Truppen Englands und Frankreichs, seitens Frankreichs, seitens Japans und seitens der verbündeten Streitkräfte der acht Mächte - Großbritanniens, Frankreichs, Japans, des zaristischen Rußland, Deutschlands, der Vereinigten Staaten, Italiens und Österreichs; der Krieg zwischen Japan und dem zaristischen Rußland auf chinesischem Territorium;2 ein Aggressionskrieg Japans gegen China im Nordosten des Landes, der 1931 begann; der Aggressionskrieg Japans gegen ganz China, der 1937 begann und acht Jahre lang dauerte; und schließlich ein dem Anschein nach von Tschiang Kai-schek, in Wirklichkeit aber von den USA geführter Aggressionskrieg gegen das chinesische Volk, der schon drei Jahre währt. Aus dem Begleitschreiben Achesons geht hervor, daß die USA der Kuomintang-Regierung in diesem Krieg materielle Hilfe im Wert von "mehr als fünfzig Prozent" von deren "Barausgaben" gewährt und daß die "USA die chinesischen Truppen (gemeint ist die Kuomintang-Armee) mit Kriegsmaterialien versorgt" haben. Das ist also ein Krieg, in dem die USA das Geld und die Gewehre liefern, während Tschiang Kai-schek die Menschen stellt, um für die USA Krieg zu führen und das chinesische Volk abzuschlachten. Alle diese Aggressionskriege, vereint mit politischer, ökonomischer und kultureller Aggression und Unterdrückung, riefen den Haß der Chinesen gegen den Imperialismus hervor, ließen sie nachdenken, worum es dabei überhaupt ging, trieben die Chinesen dazu, ihren revolutionären Geist zu entfalten und sich im Kampf zusammenzuschließen. Sie kämpften, wurden geschlagen, kämpften wieder, wurden wieder geschlagen und kämpften aufs neue; dabei sammelten sie 109 Jahre lang Erfahrungen, die Erfahrungen von Hunderten großer und kleiner, militärischer und politischer, ökonomischer und kultureller, blutiger und unblutiger Kämpfe - und erst dann konnten sie in der Gegenwart den wesentlichen Sieg erringen. Das sind die moralischen Voraussetzungen, ohne welche die Revolution den Sieg nicht hätte erringen können.

Im Interesse seiner Aggression rief der Imperialismus das Kompradorensystem und das bürokratische Kapital in China ins Leben. Die imperialistische Aggression gab der gesellschaftlichen Wirtschaft Chinas Auftrieb, führte zu Veränderungen in ihr und brachte die Gegner des Imperialismus hervor - die nationale Industrie und die nationale Bourgeoisie Chinas, besonders aber das chinesische Proletariat, das in den direkt von Imperialisten geleiteten Betrieben, in Unternehmungen des bürokratischen Kapitals oder der nationalen Bourgeoisie arbeitete. Im Interesse seiner Aggression richtete der Imperialismus die chinesischen Bauern zugrunde, indem er sie durch ungleichwertigen Austausch ausbeutete, schuf in China die Riesenmasse der armen Bauern, die Hunderte von Millionen zählen und siebzig Prozent der Landbevölkerung ausmachen. Im Interesse seiner Aggression formte der Imperialismus für China Millionen größerer und kleinerer Intellektueller eines neuen Typus, verschieden von dem alten Typ des Literaten oder gelehrten Feudalbeamten. Doch dem Imperialismus und seinem Lakaien, der reaktionären chinesischen Regierung, gelang es nur, einen Teil dieser Intellektuellen unter ihrer Kontrolle zu halten, und schließlich war es nur eine Handvoll, wie Hu Schi, Fu Si-niän, Tjiän Mu und ihresgleichen; alle anderen konnten sie nicht unter Kontrolle halten, diese schlugen sich auf die Gegenseite. Studenten, Lehrer, Professoren, Techniker, Ingenieure, Ärzte, Wissenschaftler, Schriftsteller, Künstler und öffentliche Bedienstete - sie alle haben nun gegen die Kuomintang rebelliert oder wollen ihr nicht weiter Folge leisten. Die Kommunistische Partei ist eine Partei der Armen und wird in der weitverbreiteten, alles durchdringenden Propaganda der Kuomintang als eine Horde von Menschen dargestellt, die morden und brandstiften, die vergewaltigen und plündern, die die Geschichte, die Kultur und das Vaterland ablehnen, die den Eltern gegenüber pietätlos sind, keinen Respekt vor Lehrern kennen und keinerlei Rechtssinn haben, die Hab und Gut kollektivieren, die Weibergemeinschaft einführen und im Kampf die Taktik des "Menschenmeeres" anwenden - kurz, eine Horde diabolischer Ungeheuer, die jedes nur erdenkliche Verbrechen begehen und unentschuldbar verrucht sind. Doch sonderbar genug, gerade diese Horde hat die Unterstützung der einige Hundertmillionen zählenden Volksmassen gewonnen, darunter auch die Unterstützung des größten Teils der Intellektuellen und besonders der studierenden Jugend.

Ein Teil der Intellektuellen will noch abwarten. Sie denken: die Kuomintang ist nicht gut, und die Kommunistische Partei ist wahrscheinlich gleichfalls nicht gut, es ist also besser abzuwarten. Manche von ihnen unterstützen die Kommunistische Partei mit Worten, warten aber im Herzen noch ab. Gerade solche Menschen hegen Illusionen über die USA. Sie wollen keinen Unterschied machen zwischen den USA-Imperialisten, die an der Macht sind, und dem amerikanischen Volk, das machtlos ist. Sie lassen sich leicht durch die glatten Worte der USA-Imperialisten täuschen, als würden diese Imperialisten, ohne daß man einen schweren, langwierigen Kampf mit ihnen geführt hätte, Volkschina auf der Basis der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Vorteils behandeln. In den Köpfen dieser Intellektuellen spuken noch viele reaktionäre, das heißt volksfeindliche Ideen, doch sind sie keine Kuomintang-Reaktionäre. Sie bilden die Kräfte der Mitte oder den rechten Flügel in Volkschina. Sie sind die Anhänger dessen, was Acheson den "demokratischen Individualismus" nennt. Die Täuschungsmanöver der Achesons haben immerhin noch eine schwache gesellschaftliche Basis in China.

Achesons Weißbuch bringt zum Ausdruck, daß die USA-Imperialisten angesichts der gegenwärtigen Situation in China vollkommen ratlos sind. Die Kuomintang ist so unfähig, daß keine wie immer geartete Hilfe sie vor ihrem unwiderruflichen Untergang retten kann; die USA-Imperialisten verlieren die Kontrolle über die Lage und sind hilflos. Acheson sagt in seinem Begleitschreiben:

Es ist eine unglückliche, aber unentrinnbare Tatsache, daß sich das verhängnisvolle Resultat des Bürgerkriegs in China der Kontrolle der USA-Regierung entzogen hat. Nichts, was unser Land innerhalb der vernünftigen Grenzen seiner Möglichkeiten tat oder hätte tun können, hätte dieses Resultat verändert; nichts, was unser Land unterlassen hat, hat dazu beigetragen. Es war das Produkt interner chinesischer Kräfte, die unser Land zu beeinflussen suchte, ohne es jedoch zu können.

Logischerweise hätte nach der Ansicht oder den Äußerungen gewisser verwirrter chinesischer Intellektueller die Schlußfolgerung Achesons sein müssen, wie "ein Metzger, der sein Schlächtermesser fortwirft und auf der Stelle ein Buddha wird", oder wie "ein Räuber, der sich bessert und ein tugendhafter Mann wird", Volkschina auf der Basis der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Vorteils zu behandeln und ein für allemal aufzuhören, Unruhe zu stiften. Aber nein, Acheson meint, Unruhe wird es weiter geben, und zwar ganz bestimmt. Wird das Erfolge zeitigen? Ja, sagt er. Auf was für Leute wird er sich stützen? Eben auf jene, die den "demokratischen Individualismus" unterstützen. Acheson behauptet:

... letzten Endes werden sich die uralte Zivilisation Chinas und sein demokratischer Individualismus wieder geltend machen, und es wird das fremde Joch abwerfen. Meiner Meinung nach sollten wir jede Entwicklung in China ermutigen, die jetzt und zukünftig darauf abzielt.

Wie grundverschieden ist die Logik der Imperialisten von der Logik des Volkes. Unruhe stiften, scheitern, abermals Unruhe stiften, wieder scheitern und so weiter bis zu ihrem Untergang - das ist die Logik der Imperialisten und aller Reaktionäre in der Welt dem Anliegen des Volkes gegenüber, und sie werden niemals gegen diese Logik verstoßen. Das ist ein Gesetz des Marxismus. Wenn wir sagen: "Der Imperialismus ist bestialisch", so meinen wir, daß sich sein Wesen nicht ändern kann, daß die Imperialisten bis zu ihrem Untergang ihr Schlächtermesser nie aus der Hand geben werden, sich nie in Buddhas verwandeln können.

Kämpfen, unterliegen, nochmals kämpfen, wieder unterliegen, erneut kämpfen und so weiter bis zum Sieg - das ist die Logik des Volkes, und auch das Volk wird niemals gegen diese Logik verstoßen. Das ist ein anderes Gesetz des Marxismus. Die Revolution des russischen Volkes verlief nach diesem Gesetz, und so entwickelt sich auch die Revolution des chinesischen Volkes.

Klassen kämpfen miteinander, die einen siegen, die anderen werden vernichtet. Das ist Geschichte, das ist die Geschichte der Zivilisation seit Tausenden von Jahren. Erklärt man die Geschichte von diesem Standpunkt aus, so heißt das historischer Materialismus; nimmt man den entgegengesetzten Standpunkt ein, so ist das historischer Idealismus.

Die Methode der Selbstkritik kann nur im Volk Anwendung finden; der Wunsch, Imperialisten und chinesische Reaktionäre überzeugen zu wollen, gutherzig zu sein und sich von ihrem verbrecherischen Weg abzukehren, ist vergebens. Die einzige Methode besteht darin, die Kräfte für den Kampf gegen sie zu organisieren - wie wir zum Beispiel den Volksbefreiungskrieg und die Agrarrevolution führen und den Imperialismus entlarven -, sie zu "irritieren", sie niederzuschlagen, ihre Gesetzesübertretungen zu bestrafen und "ihnen nur zu gestatten, sich gut aufzuführen, und ihnen zu verbieten, sich in Wort und Tat ungehörig zu benehmen". Nur dann besteht die Aussicht, mit den fremden imperialistischen Ländern auf der Grundlage der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Vorteils verhandeln zu können. Nur dann gibt es eine Aussicht, die Angehörigen der Grundherrenklasse und der bürokratischen Bourgeoisie sowie der reaktionären Kuomintang-Clique und deren Helfershelfer, welche die Waffen niedergelegt und sich ergeben haben, durch Erziehung zu bessern und sie nach Möglichkeit zu guten Menschen umzuwandeln. Viele chinesische Liberale - die Demokraten alten Typus, nämlich die Anhänger des "demokratischen Individualismus", auf die Truman, Marshall, Acheson, Leighton Stuart und ihresgleichen ihre Hoffnung setzen und die sie unablässig zu gewinnen suchen - verfallen oft in Passivität und bilden sich oft ein falsches Urteil über die Machthaber der USA, über die Kuomintang, über die Sowjetunion und auch über die Kommunistische Partei Chinas, weil sie diese Fragen nicht vom Standpunkt des historischen Materialismus betrachten oder eine solche Betrachtungsweise nicht anerkennen.

Es ist die Pflicht der fortschrittlichen Menschen - der Kommunisten, der Mitglieder der demokratischen Parteien und Gruppen, der politisch bewußten Arbeiter, der studierenden Jugend und der fortschrittlichen Intelligenz -, in Volkschina sich zusammenzuschließen mit den Zwischenschichten, mit Kräften der Mitte, mit rückständigen Elementen aller Schichten, mit allen jenen, die noch schwanken und zaudern (diese Menschen werden noch lange Zeit schwanken; auch wenn sie sich einmal entschieden haben, werden sie, sobald Schwierigkeiten auftauchen, wieder schwanken); man muß ihnen aufrichtig helfen, ihren Wankelmut kritisieren, sie erziehen und auf die Seite der Volksmassen bringen sowie verhindern, daß die Imperialisten sie in ihr Lager hineinziehen. Man muß sie aufrufen, die Illusionen abzulegen und sich auf den Kampf vorzubereiten. Niemand soll glauben, daß es jetzt, da der Sieg errungen ist, nichts mehr zu tun gebe. Wir haben noch Arbeit zu leisten, müssen noch viel und geduldig arbeiten, denn nur so können wir diese Menschen wirklich gewinnen. Wenn sie gewonnen sind, wird der Imperialismus vollkommen isoliert sein, und Acheson wird nicht mehr seine Tricks spielen können.

Die Losung "Bereit zum Kampf!" ist an diejenigen gerichtet, die noch immer gewisse Illusionen über die Beziehungen zwischen China und den imperialistischen Ländern hegen, besonders zwischen China und den USA. In dieser Frage sind sie noch immer passiv, haben sie sich noch nicht entschieden, sind sie noch nicht entschlossen, einen langwierigen Kampf gegen den amerikanischen (und britischen) Imperialismus zu führen, weil sie sich noch immer über die USA Illusionen machen. In dieser Frage bleiben diese Menschen noch immer eine große oder ziemlich große Strecke hinter uns zurück.

Die Veröffentlichung des USA-Weißbuchs und des Begleitschreibens Achesons ist wert, gefeiert zu werden, denn sie bedeutet einen Kübel kalten Wassers und den Verlust des Ansehens für diejenigen in China, die an den Vorstellungen von der alten Demokratie, dem demokratischen Individualismus, festhalten, die nicht oder nicht ganz der Volksdemokratie, dem demokratischen Kollektivismus, dem demokratischen Zentralismus, dem kollektiven Heroismus oder dem internationalistischen Patriotismus zustimmen, damit nicht zufrieden oder in gewissem Grad unzufrieden sind oder sich sogar durch das alles abgestoßen vorkommen, die jedoch immer noch patriotisch fühlen und keine Kuomintang-Reaktionäre sind. Sie bedeutet einen Kübel kalten Wassers besonders für diejenigen, die glauben, daß alles Amerikanische gut sei, und die hoffen, daß China den Vereinigten Staaten nacheifern werde.

Acheson erklärt ganz offen, daß man die demokratischen Individualisten Chinas dazu "ermutigen" müsse, das "fremde Joch" abzuschütteln. Das heißt den Marxismus-Leninismus und die von der Kommunistischen Partei Chinas geführte demokratische Diktatur des Volkes zu stürzen. Denn dieser "Ismus" und dieses System, sagt man, seien "ausländisch" und in China nicht verwurzelt, wären den Chinesen von dem Deutschen Karl Marx (der vor 66 Jahren starb) und von Rußlands Lenin (der seit 25 Jahren tot ist) und Stalin (der noch lebt) aufgedrängt worden; dieser "Ismus" und dieses System seien überdies ganz und gar schlecht, weil sie für solche Dinge wie den Klassenkampf, die Niederwerfung des Imperialismus usw. eintreten; deshalb müsse man sie stürzen. Diesbezüglich würde sich, sagt man, dank der "Ermutigung" durch Präsident Truman, durch den Oberbefehlshaber hinter den Kulissen Marshall, durch Außenminister Acheson (den charmanten ausländischen Mandarin, der für die Veröffentlichung des Weißbuchs verantwortlich ist) und durch den Botschafter Leighton Stuart, der sich davongemacht hat, Chinas "demokratischer Individualismus letzten Endes wieder geltend machen". Acheson und seinesgleichen glauben, daß sie damit eine "Ermutigung" geben, doch jene demokratischen Individualisten Chinas, die trotz ihres Glaubens an die USA noch patriotisch fühlen, werden dies höchstwahrscheinlich als eine kalte Dusche und einen Verlust ihres Ansehens empfinden; denn anstatt daß die Achesons mit den offiziellen Vertretern der demokratischen Diktatur des chinesischen Volkes ordentlich verhandeln, geben sie sich mit einer derartigen schmutzigen Arbeit ab und machen sie obendrein noch öffentlich bekannt. Welch ein Gesichtsverlust! Welch ein Verlust des Gesichts! Für diejenigen, die patriotisch fühlen, sind die Worte Achesons keine "Ermutigung", sondern eine Beleidigung.

China befindet sich mitten in einer großen Revolution. Ganz China ist von heller Begeisterung erfüllt. Es sind nun günstige Bedingungen gegeben, alle jene zu gewinnen und sich mit ihnen zusammenzuschließen, die für die Sache der Volksrevolution nicht gerade einen bitteren und tiefen Haß empfinden, selbst wenn sie noch irrige Ideen haben. Die fortschrittlichen Kräfte sollen das Weißbuch dazu benutzen, alle diese Menschen zu überzeugen.

ANMERKUNGEN

1. Gemeint ist das USA-Weißbuch Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China, das am 5. August 1949 vom amerikanischen Außenministerium herausgegeben wurde. Das Begleitschreiben war ein Brief, den Acheson am 30. Juli 1949, als das Weißbuch vom amerikanischen Außenministerium fertiggestellt war, an Truman richtete. Der Text des Weißbuchs ist in acht Kapitel gegliedert und umfaßt die chinesisch-amerikanischen Beziehungen in der Periode vom Jahr 1844, als die USA China zwangen, den "Vertrag von Wanghsiä' zu unterzeichnen, bis 1949. als die chinesische Volksrevolution im ganzen Land den grundlegenden Sieg errungen hatte. Besonders detailliert behandelt das Weißbuch die fünf Jahre von der Endphase des Widerstandskriegs gegen die japanische Aggression bis 1949 und beschreibt, wie die USA in diesem Zeitabschnitt eine Politik der Unterstützung Tschiang Kai-scheks in seinem Kampf gegen die Kommunistische Partei betrieben, wie sie mit allen möglichen Mitteln das chinesische Volk bekämpft haben und wie sie schließlich gescheitert sind. Das Weißbuch und Achesons Begleitschreiben an Truman sind voll von Verdrehungen, bewußten Lücken und Erfindungen sowie auch von giftigen Verleumdungen und tiefem Haß gegen das chinesische Volk. Wegen der Streitigkeiten, die damals innerhalb des reaktionären Lagers der USA über die China-Politik ausbrachen, sahen sich Imperialisten wie Truman und Acheson genötigt, öffentlich durch das Weißbuch einen Teil der Wahrheit über ihre konterrevolutionäre Tätigkeit preiszugeben, um damit zu versuchen, ihre Gegner zu überzeugen. Daher ist die objektive Wirkung des Weißbuchs die eines Bekenntnisses des USA-Imperialismus zu Verbrechen der Aggression gegen China.

2. Gemeint ist der imperialistische Krieg 1904/05 zwischen Japan und dem zaristischen Rußland zur Eroberung Nordostchinas und Koreas. Da der Krieg hauptsächlich im Raum von Fengtiän (jetzt Schenyang) und Liaoyang sowie um den Hafen Lüschun in Nordostchina ausgetragen wurde, kostete er das chinesische Volk große Verluste. Das Resultat dieses Krieges war, daß das zaristische Rußland geschlagen und vom japanischen Imperialismus aus seiner herrschenden Stellung im Nordosten Chinas verdrängt wurde. Im Friedensvertrag (Vertrag von Portsmouth), der am Ende dieses Krieges unterzeichnet wurde, erkannte das zaristische Rußland die ausschließliche Kontrolle Japans über Korea an.

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