Aufruf ehemaliger Mandats- und FunktionstrgerInnen der Grnen
Stoppt diesen 
Krieg  sofort!
Der Krieg, den die Nato mit Beteiligung der Bundeswehr gegen Jugoslawien fhrt, ist eine Verletzung des Vlkerrechts und eine unmittelbare Gefahr fr die Menschen auf dem gesamten Balkan. Er mu sofort beendet werden. 
Krieg taugt nicht als Mittel zur Herstellung von Frieden und zum Schutz von Menschenrechten. Was zu schtzen vorgegeben wird, wird mehr als zuvor beschdigt und zerstrt. Es werden nie nur militrische Einrichtungen getroffen. Dort, wo die Bomben und Raketen der Nato niederschlagen, sind immer auch Menschen  in Zivilkleidung oder in Uniform. Es gibt keinen sauberen Krieg. Der militrische Angriff der Nato bedeutet wie jeder andere militrische Angriff Tten und Morden.
Es gab und gibt Greueltaten in Jugoslawien vor dem Angriff der Nato: Greueltaten, fr die die Milosevic-Regierung die Verantwortung trgt, und Greueltaten, fr die die UCK die Verantwortung trgt. Mit dem Angriff der Nato werden diese nicht beendet, es werden weitere hinzugefgt: Krieg bedeutet Greueltaten. Und dies wird nicht dadurch gerechtfertigt, da bislang kein anderer Weg aus dem Kosovo-Konflikt gefunden wurde. Krieg ist allemal kein Weg aus diesem Konflikt. 
Wir sind besorgt ber die Art und Weise, mit der der Angriff der Nato in groen Teilen der Medien herbeigerufen wurde. Wir sind erschrocken, da es eine rot-grne Koalition ist, die diesen Angriff mit vorbereitet hat und mittrgt. Sie reklamiert das Recht und die Moral auf ihrer Seite, aber sie hat nicht einmal ein Mandat der Uno in ihrem Rcken. Was fr sie einmal ein Einwand gegen den Einsatz der Bundeswehr war, ist heute zum Vorwand geworden. Da die Uno diesen Angriff nicht beschlossen hat, mute die Nato ihn beschlieen. Das ist der endgltige Beginn einer Weltordnung, die der alleinigen Entscheidung der militrisch mchtigen Staaten unterworfen wird. Es wird darauf gesetzt, da die Mehrheit der Bevlkerung in den Fhrungsstaaten dieser neuen Weltordnung eine verlockende und stabile Perspektive darin sieht. Fr die Menschen im groen Rest der Welt ist dies dagegen eine fortwhrende Demtigung und fr die internationalen Beziehungen eine unabsehbare Gefahr.
Wir fordern auf: Lat diese Entwicklung nicht weiter zu. Wir appellieren an die rot-grne Koalition und insbesondere an die Bundestagsabgeordneten und Bundesminister der Grnen: Verget nicht, da eure parlamentarische Geburtsurkunde vor zwanzig Jahren von der Friedensbewegung ausgestellt wurde. Stoppt diesen Krieg und holt die Bundeswehr aus dem Balkan zurck.

26.3.1999

Regula Bott, ehem. MdB und Sprecherin des Fraktionsvorstandes der Grnen; Birgit Daiber, ehem. MdEP der Grnen; Jutta Ditfurth, ehem. Sprecherin des Bundesvorstandes der Grnen; Gabriele Gottwald, ehem. MdB der Grnen; Gnther Hopfenmller, ehem. Bundesvorstandsmitglied der Grnen; Ellen Olms, ehem. MdB der Grnen; Dorothee Piermont, ehem. MdEP der Grnen; Jrgen Reents, ehem. MdB und Bundesvorstandsmitglied der Grnen; Walter Sauermilch, ehem. MdB der Grnen; Gertrud Schilling, ehem. MdB der Grnen; Christian Schmidt, ehem. MdB, Sprecher d. Fraktionsvorstandes und d. Bundesvorstandes d. Grnen; Anne Schulz, ehem. Bundesvorstandsmitglied der Grnen; Walter Schwenninger, ehem. MdB der Grnen; Ulrich Tost, ehem. Bundesvorstandsmitglied der Grnen; Manon Tuckfeld, ehem. Bundesvorstandsmitglied der Grnen; Marita Wagner, ehem. MdB der Grnen; Eberhard Walde, ehem. Bundesgeschftsfhrer der Grnen